2. Ackerjahr

ein ganzjähriger Fotobericht

April | Mai | Juni | Juli | August | September | Oktober | November | Dezember

 

April

Geschafft! Endlich ist der Winter vorbei, wenn er auch in diesem Jahr bis Ostern – also Anfang April – blieb.

Der lange Winter hat sich auch auf dem Acker bemerkbar gemacht – spätere Aussaat als im vergangenen Jahr. Und ich bin schon seit Wochen ganz kribbelig und warte mit Sehnsucht auf den Mai, wenn es dann endlich wieder losgeht.

Ende April sieht der Acker so aus – eine Reihe Salat, die Kartoffeln und einige andere Gemüsesorten sind ausgesäht, der Rest folgt in den kommenden Tagen.

 

Mai

12. Mai 2018, heute ist es endlich wieder soweit: die Übergabe der Parzellen auf dem Mittelhammshof.

Die Sonne scheint, und ich sehe viele neue, erwartungsvolle Gesichter (ein paar bekannte sind auch dabei), die – genau wie ich – viel zu früh da sind. Der Hofladen wird besichtigt und neugierig sichten wir die Jungpflanzen, die für unsere Äcker bereit stehen.

Die Begrüßung und Erläuterung der Hofregeln durch Günter Maas ist in diesem Jahr ausführlich. Der Anbauplan, der erklärt in welcher Reihe an Pflanzen angebaut wurde, steht in diesem Jahr online zur Verfügung. Gemeinsam geht es rüber zum Acker.

Aber auch die Schädlinge sind bereits auf dem Vormarsch. Der Kartoffelkäfer hat sich eingenistet und auch die Kohlfliege hat sich über die Jungpflanzen von Wirsing und Co. hergemacht. Doch die kleinen Pflänzchen erholen sich nach und nach, wie uns Günter Maas erklärt:

Was abgefressen aussieht, kann sich auch wieder erholen. Also nicht sofort ausrupfen, sondern abwarten.

Das Wetter in der zweiten Maihälfte ist unglaublich. Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad erinnern schon mehr an Sommer als an Frühling. Entsprechend wachsen die gezogene Jungpflanzen, die nun ihren Weg von meinem Balkon auf den Acker finden. Diese werden beim Auspflanzen einmal kräftig angegossen, ebenso wie das Saatgut für Möhren, Spinat & Co. Auch wenn man eigentlich nicht gießen muss – bei der frischen Aussaat sollten Saatgut und die kleinen Pflänzchen schon einen kräftigen Schluck Wasser bekommen – gerade wenn es so lange so trocken und warm ist wie jetzt.

Trotz regelmäßigem Absammeln haben sich nun aus den nicht endeckten Eiern der Kartoffelkäfern die Larven entwickelt, und die sind sehr gefräßig. Ich bin fast jeden 3 Tag auf dem Acker und bezweifle, dass ich die Plage in den Griff bekomme. Das ist in diesem Jahr echt ne Menge Arbeit. Aber ich hoffe, es lohnt sich und die Kartoffelernte im Herbst fällt nicht zu klein aus.

An Pfingstsonntag gibt es das erste Ackerpicknick in diesem Jahr. Der Picknickkorb ist schnell gepackt und das Wetter spielt auch mit.

Und dann bekommen wir auch noch Besuch von meiner Tochter mit Mann und Sohn. Der mitgebrachte Kuchen findet reißenden Absatz. Und natürlich buddelt unser kleiner Ackerhelfer kräftig in der Erde. Er hat in diesem Jahr sein eigenes Beet, auf dem Mangold, Spinat und Möhren angepflanzt sind.

„Da ist ja unsere Ackerfee!“ werde ich vor einigen Tagen begrüßt, als ich mit gerade mit den eingesammelten Kartoffelkäfern auf dem Weg vom Feld zum Hühnerstall bin. Im ersten Moment bin ich etwas verlegen… Aber schon sind wir im Gespräch und tauschen uns aus. Und hier und da lerne ich von den „alten Hasen“, die ihren Acker schon einige Jahr länger gepachtet haben, noch einiges dazu. Das macht richtig Spaß.

Die Jungpflanzen (aus dem Treibhaus) habe ich am Sonntag gleich umgetopft – in alte Plastikblumentöpfe, die sich im Laufe der Jahre in meiner Garage gesammelt haben. Ich wusste doch, dass die irgendwann mal zu etwas gut sind. Auf dem Balkon oder auf der Terasse ein paar Tage akklimatisieren lassen, dann gedeihen sie auf dem Acker besser.

Außerdem habe ich in diesem Jahr ein paar Jungpflanzen mit Biosaatgut selbst vorgezogen. (Was ich mit den 10 Zucchinipflanzen mache, weiß ich noch nicht…). Bio-Aufzuchterde und Saatgut in die Töpfchen, angießen und warten.

Kartoffelkäfer & Co.: die sind gerade ordentlich unterwegs. Und wer im Herbst Kartoffeln haben möchte, der sollte jetzt etwas dagegen tun. Und in diesem Falle heißt das – alle einzeln absammeln und die Blätter mit den Eiern abpflücken… (momentan einmal in der Woche)… ich habe sie dann in ein Glas gepackt und im Anschluss an die Hühner verfüttert – die waren ganz begeistert…

Rehe im Salat oder „Das Buffet ist eröffnet!“. Das Rotwild hat sich in diesem Jahr ziemlich früh auf den Salat „gestürzt“ – die ersten Köpfe wurden schon angefressen, was heißt – nur das leckere Herz in der Mitte wird regelrecht „herausgepflückt“, der Rest bleibt stehen. (vgl. Bild 2) Um das zu vermeiden, die Salate einfach mit Netzen oder Flies abdecken, und das, sobald die Köpfe etwas größer sind als eine Pampelmuse. Das Flies sollte aber bei über 23 Grad nicht mehr benutzt werden – dann besser ein Netz.

Salat ernten: schneidet die Köpfe oberhalb der letzten Blattreihe ab. So hat der Salat die Chance, ein zweites Mal zu wachsen – meist etwas kleiner aber nicht minder lecker.

 

Juni

Der Mai war heiß und trocken… und im Juni geht es ähnlich weiter, von den unwetterartigen Regenfällen mal ganz abgesehen.

Ich bin tatsächlich einmal zum Acker gefahren, um nachzusehen, ob noch alles da ist oder das Gewitter am Vortag alles zunichte gemacht hat (Ja… noch alles ok, nur der Boden musste ordentlich gelockert werden). Und außerdem um Unkraut zu zupfen.

Denn Regen und Sonne lassen nicht nur das Gemüse ordentlich wachsen, auch die sogenannten „Beikräuter“ schießen in die Höhe… Lange bin ich an diesem Tag nicht auf dem Acker. Schon bei meiner Ankunft höre ich Donnergrollen in der Ferne… aber so schnell lass ich mich nicht aus der Ruhe bringen. Als jedoch nach einer halben Stunde Blitz und Donner fast zeitgleich einschlagen, verlasse ich dann doch fluchtartig den Acker…

„Blitzableiter“ auf freiem Feld möchte ich dann doch nicht sein. Nach dem kräftigen Sommergewitter bin ich gemeinsam mit meinem Mann am nächsten Tag wieder da. Wir wollen die Kartoffelkäferplage, die in diesem Jahr richtig groß ist, weiter in „Angriff“ nehmen. Und da Bio-Anbau nur natürliche oder mechanische Mittel zulässt, habe ich mich schlau gemacht.

Kartoffelkäfer mögen keine Pfefferminze … Also habe ich am Vormittag 8 Liter Pfefferminz-Tee gekocht, die wir dann in leeren Limo-Flaschen mit zum Feld genommen haben. Käfer absammeln, Pflanzen mit Pfefferminztee besprüht und mit dem restlichen Tee begoßen.

Ob es geholfen hat? Sicher sind wir uns nicht – aber in der darauffolgenden Woche sind deutlich weniger Käfer zu sehen…

An einem Dienstagabend klingelt mein Telefon. „Sag mal, wo ist denn hier der Weg?“ Meine Tochter – ich muss schmunzeln. Seit ihrem letzten Besuch auf dem Acker sind fast 3 Wochen vergangen – und die Kartoffeln sind trotz der Kartoffelkäfer mächtig gewachsen, so dass man unseren Weg im oberen Teil des Feldes nicht mehr sieht.

Die kleine Familie ist angereist, um die erste Ernte vom Mini-Feld meines Enkels „einzufahren“… denn Mangold und Radieschen sind mittlerweile pflückreif.

Das lässt sich auch unser kleinster Ackerhelfer nicht zweimal sagen – er hilft fleißig mit. Und obwohl wenn es am Vortag geregnet hat, die kleine Gießkanne verlockt doch sehr.

Sie ernten Salat, Mangold und Radieschen. Am gleichen Abend – ich suche mir gerade meinen Sitzplatz im Kino – kommz der nächste Anruf meiner Tochter. „Wie bereite ich denn Mangold am besten zu?“. Da der Film noch nicht begonnen hat, gebe ich meiner Tochter per Telefon einen kleinen Crash-Kurs in Sachen Mangold-Zubereitung. Was sie dann wirklich Leckeres zubereitet hat, könnt Ihr unter „Backofenforelle mit Mangold und Kartoffeln“ nachlesen.

Die zweite Junihälfte ist wettertechnisch sehr durch-wachsen. Es ist frisch – 15 Grad am Tag ist nicht wirklich warm – dafür regnet es ziemlich wenig. Die Trockenheit macht vor allem den neuen Jungpflanzen zu schaffen. Meinen vorgezogener Stielmus, den ich auf dem Acker angebaut habe, will nicht richtig angehen und wachsen will er im Moment leider auch nicht.

Aber alles andere wächst und gedeiht. Mangold und Spinat können geerntet werden und ich kann meine neuen Rezeptideen zu Hause in leckere Gerichte verwandeln.

Die Radieschen sind mehr als prächtig gewachsen, so dass ich ihnen in diesem Jahr das „chen“ weggenommen habe und sie einfach nur „Radies“ nenne. Denn Exemplare von der Größe eines Hühnerei’s der Klasse M sind nicht selten. Und sie schmecken sooooo lecker.

Auch die ersten Zucchini kann ich jetzt Ende Juni ernten. Die erste Pflanze trägt bereits Früchte. Die, die ich jetzt im Juni nachgepflanzt habe (die Schnecken haben mit im Mai 3 Pflanzen komplett weggefressen), müssen erst noch wachsen.

Begegnungen am Ackerrand… mit irgendeinem Feldnachbarn komme ich immer ins Gespräch, abends, nach Büroschluss oder am Wochenende. Und ich bekomme hier oft Tipps und Infos von denen, die ihr Gemüse schon seit Jahren selbst anbauen.

So muss ich erfahren, dass Stangenbohnen eine Rankhilfe benötigen, Buschbohnen aber ohne diese auskommen und – wie der Name schon sagt – in kleinen „Büschen“ am Boden wachsen.

Fragen bekomme auch ich immer wieder gestellt – wo bestellst Du Dein Saatgut? – oder – was machst Du mit dem ganzen Mangold? Meistens kann ich sie beantworten… Nur die Frage eines kleinen Jungen, dem ich mit seiner Mama auf dem Acker begegnet bin, da fehlen mir dann doch fast die Worte… Auf mein „Hallo!“ sieht er mich an und fragt: „Wer bist Du denn?“ Bei meiner Antwort: „Ich bin die Ackerfee!“ bekommt der kleine Mann große Augen und ich bekomme die Gegenfrage: „DU BIST EINE FEE???“

Hui… ich bin ja sonst nicht auf den Mund gefallen, aber da komme selbst ich ins Stottern. So richtig erklären (Wo sind denn Deine Flügel?) kann ich das nicht… Seine Mama muss an diesem Abend zu Hause bestimmt noch viele Fragen beantworten…

Und auch andere Besucher begegnen mir auf dem Feld und schenken einen Moment der Besinnung…

Jungpflanzen selbst ziehen: Ich habe mir in diesem Jahr Saatgut bestellt und auch im Hofladen gekauft. Und versuche zum ersten Mal, meine eigenen Jungpflanzen auf dem Balkon vorzuziehen. Das geht richtig gut in einem Balkonkasten.

Und im anderen Balkonkasten ist mein „Kräutergarten“. Rucola, Petersilie und Basilikum werde ich bald ernten können.

Pflanzentreppe: Aber nicht nur im Balkonkasten ziehe ich die Jungpflanzen heran – auch in den ausrangierten alten Blumentöpfen. Und damit diese nicht meinen ganzen Balkon in Anspruch nehmen (2,5 qm ist nicht wirklich groß), habe ich mir eine Pflanzentreppe besorgt.

Äußerst praktisch und man hat alles griffbereit.

Mulchen mit den Beikräutern: Das Unkraut – die sogenannten Beikräuter – wachsen auch in diesem Jahr leider viel zu viel und zu schnell. Regelmäßiges Entfernen (gut, die Melde lässt sich noch lecker verarbeiten) ist unerlässlich. Wenn man – wie ich – eine Parzelle am Ende des Feldes hat, und das Unkraut nicht Eimerweise zum Misthaufen bringen will, wirft man es einfach zwischen die einzelnen Reihen der Kartoffeln.

So erspart man sich lange Wege und dem Gemüse dient es als natürlicher Dünger.

 

 

 

Juli

Der Juni endet mit Temperaturen um die 30 Grad und im Juli geht es so munter weiter. Es fehlt dringend Regen. Während sich Freunde, Kollegen und Bekannte über die Hitze und die Sonne freuen, machen mein Mann und ich uns Sorgen um die Jungpflanzen, die eigentlich schon längst auf dem Acker sein sollten – im Moment aber noch auf unserem Balkon munter weiter wachsen (hier können wir sie täglich gießen).

In der ersten Juliwoche bringen wir sie dann doch aufs Feld – Grünkohl, Kohlrabi und Fenchel werden ausgepflanzt und wir fahren abwechselnd jeden Abend hin, um sie zu gießen. Auch die gelbe Beete und die Buschbohnen, die ich direkt auf dem Acker ausgepflanzt habe, bekommen Wasser.

Jetzt beginnt auch die Erntezeit. Mangold (siehe mein Tipp in Juli), Zucchini, Stangenbohnen, Fenchel, Dicke Bohnen und Erbsen sind reif. Letztere schmecken leider auch dem Rotwild, das während unserer Abwesenheit den Acker besucht. Das war diesmal schneller als ich und hat mir fast die halbe Ernte wegefressen. Aber eine Portion lässt sich doch noch ernten, ebenso wie die Dicken Bohnen.

Die letzten Radieschen haben wir auch geerntet – wohl etwas zu spät, denn sie waren sehr holzig. Also – beim nächsten Mal früher ernten.

Eine Woche später ernten wir unsere Zwiebeln. Im vergangenen Jahr waren sie auf Grund der Witterung nur sehr klein – in diesem Jahr sind sie prächtig gewachsen und zum Teil fast so groß wie ein Apfel. Diesmal bekommen wir Unterstützung – unser kleinster Ackerhelfer samt Mama und Papa besuchen uns auf dem Feld.

Die roten Zwiebeln sind schnell gezogen, es folgt die erste Reihen weiße Zwiebeln… Diese werden zu kleinen Bündeln gebunden, damit sie später zum Trocknen aufgehängt werden können

Aber damit nicht genug… Unser Kleiner liebt Kohlrabi, und da diese reif sind, wird natürlich eine ausgegraben.

Und da auf „seinem Acker“ wieder Platz ist, pflanzen Oma und Enkel neue Kohlrabi.

Auch in der 2. Julihälfte… viel Sonne und von Regen keine Spur. Die Erde ist staubtrocken und ich bin mehr als überrascht, dass die Jungpflanzen gut wachsen. Allerdings sind mein Mann und ich auch fast jeden dritten Abend da und versorgen sie mit einem kräftigen Schluck Wasser.

Die Trockenheit hat aber hier und da auch ihre Vorteile – die Beikräuter wachsen längst nicht so stark wie im letzten Jahr und die Zwiebeln trocken schneller als gedacht auf unserem Balkon. Konnten wir im vergangenen Jahr nur 6 Kilo ernten (viele, aber die meisten waren sehr klein), so liegt unser Ernteerfolg in diesem Jahr bei 22 kg !!!)

Bei unseren Kartoffeln sieht es aber ganz anders aus. Waren die Reihen im letzten Jahr bis in den Herbst hinein stark belaubt und das Kartoffelgrün welkte erst im September…

… so sieht es in diesem Jahr Ende Juli bereits ganz anders aus… Die Kartoffelpflanzen sind komplett verwelkt, hier und da sieht man Beikräuter und die Erde ist steinhart und knochentrocken… was die Ernte erschwert, da sich auch mit der Forke die Erde kaum aufbrechen lässt. Die erste Reihe haben wir jetzt geerntet und stellen fest: diesmal sind viele kleine Kartoffeln dabei – was wohl nicht nur der Kartoffelkäferplage sondern auch am fehlenden Regen liegt. Geschmacklich sind sie jedoch nicht zu übertreffen.

Dafür wachsen unsere Kürbisse, Zucchini und Bohnen besser als zuvor. Und wir ernten gerade Zucchini mal wieder kiloweise … (ich habe neue und leckere Rezepte mit Zucchini ausprobiert und für Euch eingestellt).

Trotz der Trockenheit haben wir jetzt – Ende Juli – noch einmal Spinat, Radieschen und Rote Beete ausgesät. Wir sind sehr gespannt, ob diese trotzdem angehen.

Chinakohl, Spitzkohl, Salat und Blumenkohl, die wir auf dem Hof als Jungpflanzen erstanden haben, machen wieder einen „Zwischenaufenthalt“ auf meinem Balkon – damit sie hier noch ein wenig wachsen können (und in dieser Phase genug Wasser bekommen).

Die Kornblumen, die ich Ende Mai ausgesät habe, stehen jetzt auch in voller Blüte… Das sieht nicht nur schön aus, nein – die Blüten kann man auch essen. Und die Hummeln und Bienen freuen sich über den Nektar, den sie ihnen liefern.

So schön wie die Arbeit auf dem Acker auch ist… sie will gemacht werden… und mein Mann und ich machen sie gerne… Schwierig wird es, wenn man (in diesem Falle Frau) von jetzt auf gleich ausfällt und ein übler Magen-Darm-Virus einen für mehrere Tage zwingt, zu Hause zu bleiben, der Göttergatte ausgerechnet dann Freunde in Berlin besucht… Und jetzt?

An dieser Stelle vielen lieben Dank an meine Freundin (fürs Einkaufen trotz Urlaubsvorbereitung), meine Schwester, meinen Schwager und meinen Sohn… für’s Kümmern, Jungpflanzen gießen und was sonst noch getan werden musste.

Zwiebeln trocknen: Damit die geernteten Zwiebeln auch bis ins nächste Jahr haltbar sind, müssen sie getrocknet werden. Die geschnürten Bünde nach Möglichkeit aufhängen und an der frischen Luft regengeschützt trocknen lassen. Das geht auf dem Dachboden oder im Keller… und wer das Glück hat, einen Balkon zu haben, kann die Zwiebel auch dort trocknen… das ist mal eine andere Balkondekoration…

Mangoldernte: unser Mangold wächst und gedeiht in diesem Jahr wirklich super. Und damit auch ihr möglichst lange ernten könnt hier mein Tipp: schneidet immer die äußeren Blätter ab, lasst die inneren stehen. So wächst Mangold nach und ihr könnt über mehrere Woche immer frisch ernten.

 

August

Der Juli geht, der August kommt… die Sonne bleibt und vom Regen fehlt immer noch jede Spur… Temperaturen über 35 Grad… manchmal fragen wir uns, wie lange das noch so weitergeht… Der ganze Acker sieht mittlerweile sehr trocken aus.

Der erste Sonntag im August wird in diesem Jahr zum „Kartoffelsonntag“. In der vorangegangenen Nacht hat es sich endlich etwas abgekühlt, so dass das Thermometer morgens um 10:00 Uhr nur 21 Grad anzeigt. Gemeinsam mit meiner Freundin besuchen wir unser Feld. Wir häufeln den Porree (damit in diesem Jahr der untere Teil meiner Porreestangen weiß bleibt).

Und während sich mein Mann um die vertrockneten Blätter beim Blumenkohl und Broccoli kümmert sowie das vereinzelt spießende Unkraut zupft, habe ich mir die Forke geschnappt und ernte gemeinsam mit meiner Freundin die zweite Reihe Kartoffeln.

Kartoffeln zu ernten ist fast so etwas wie ein „Schatzsuche“ und begeistern alle, egal ob sie 2, 20 oder über 50 Jahre sind.

Die vertrockneten Reste der Kartoffelpflanze lassen einen nur ahnen, wo man suchen muss. Sticht man dann mit der Forke in die Erde und bringt die ersten Kartoffeln zu Tage – der Schatz… er wird sichtbar. Und dann geht es erst richtig los…

„Wo sind die nächsten…?“

„Oh Mann, sind das viele…!!!“

„Huch, da sind ja auch ein paar ganz kleine dabei…“

„Und schau mal, diese hat die Form eines Herzchens…“

In diesem Moment vergisst Du alle Deine Sorgen… Du bist einfach nur gespannt, wo Du die nächsten Kartoffeln findest… wie viele es sind und wie groß Dein „Schatz“ ist, nachdem Du die Reihe umgegraben hast… und freust Dich über die reiche Ernte.

Fast 8 Kilo haben wir ausgegraben und es sind nicht die letzten an diesem Sonntag. Denn kaum sind wir zu Hause, meldet sich unser kleinster Ackerhelfer. Er möchte Kartoffeln und Mangold ernten und die kleinen Kühe besuchen. Also fahren mein Mann und ich an diesem Sonntag zum zweiten Mal zum Acker und treffen uns dort mit meiner Tochter und ihrer Familie.

Der kleine Mann begnügt sich jedoch mit den Kartoffeln einer Pflanze. Dann ist er wieder mit seiner Schubkarre unterwegs Richtung Mangold.

Zwei Tage später sind wir wieder auf dem Acker… am Abend… 19:00 Uhr und das bei 37° Grad. Es ist unglaublich heiß. Meine Wetter-App hat Unwetter und Regen für den nächsten Tag angesagt und ich möchte vorher noch meine Rote Beete ernten.

Mangold ernten wir auch immer noch reichlich und auch der erste Blumenkohl kann mit nach Hause genommen werden. Trotz der anhaltenden Trockenheit wachsen verschiedene Sorten wie diese ohne Probleme. Broccoli, Weiß- Rot- und Spitzkohl habe ich jedoch in diesem Jahr aufgegeben. Es sieht nicht so aus, als ob wir hier überhaupt etwas enten können.

Das angekündigte Unwetter (mit Tornadowarnung !!!) entpuppt sich als laues Lüftchen. Regen fällt – wenn auch sehr wenig. Dafür ernten wir jetzt – Mitte August – unsere Kürbisse. 10 Prachtexemplare können wir pflücken.

Außerdem setzen wir neue Jungpflanzen für Salat und Chinakohl aus. Von unserem ausgesäten Spinat und der ebenfalls ausgesäten Roten Beete ist nichts zu sehen. Es ist wohl zu trocken. Einzig die Radieschen sind angegangen und fangen an zu keimen.

Trotz der Hitze der letzten Wochen, dem sehr wenigen Regen zum Trotz, haben wir letztendlich an diesem Sonntag wieder eine gute Ernte, die wir mit nach Hause nehmen…

Der letzte Tag im August, und endlich, endlich, endlich Regen, wenn auch nicht viel. Und die 37 Grad von Anfang August werden auch nicht mehr erreicht. Manchmal riecht es schon ein bisschen nach Herbst.

Bestandsaufnahme auf dem Acker: meine Bohnen wachsen und gedeihen – zumindest das Grün der Buschbohnen ist sehr üppig (die habe ich leider erst im Ende Juni ausgesät) und auch die Stangenbohne mit ihren roten Blüten wächst. Ich warte ja immer noch darauf, dass sie endlich Früchte, sprich Bohnen, tragen… vielleicht kann ich ja im September welche ernten.

Auch der Rosenkohl wächst trotz der Hitze und Trockenheit… und die kleinen Knospen der Rosenköhlchen sind schon zu sehen. Die haben noch fleißig Zeit zum Wachsen, denn geerntet werden sie erst Ende Oktober, Anfang November.

Und auf dem „kleine Acker“ meines Enkels wachsen Mangold, Rote Beete, Möhren und Kohlrabi munter weiter…

Der Blumenkohl wird geerntet (diesmal 6 Köpfe statt 2 wie im letzten Jahr), die Möhren müssen noch ein wenig wachsen, und endlich gedeihen auch wieder die Zucchini, nachdem uns in den letzten Wochen viele Triebe an der Pflanze vertrocknet sind.

Eine kleine Überraschung beim Fenchel… da dieser immer eine sehr starke Wurzel hat (wir haben sie nicht einmal mit der Forke herausbekommen), haben wir diese bei der letzten Ernte im Boden gelassen. Jetzt nach dem Regen treiben diese Wurzelstümpfe aus… und bringen neue, kleine Triebe ans Tageslicht. Wir lassen sie stehen und warten ab, wie sie sich in den nächsten Wochen entwickeln…

Und meinen ganz besonderen Schatz kann ich endlich ernten – meine gelbe Beete. Das Saatgut gibt es nur im Biofachhandel und auch dort ist es nicht einfach zu bekommen. Direkt Ende Mai ausgesät, haben es – trotz der Trockenheit – 3 kleine Knollen geschafft. Und diese werden jetzt freudig geerntet.

Und lecker verarbeitet. Die gelbe Beete habe ich Anfang März beim bekannten Sterne- und Fernsehkoch aus Dorsten zum ersten Mal gegessen (der nette von den beiden)… und war total begeistert (deshalb habe ich sie auch angebaut). An sein Rezept kommt meins natürlich nicht ran… aber dennoch… Mein Rezept habe ich nicht eingestellt – Du möchtest es haben, dann schreibe mir bitte eine Mail… Nur so viel sei verraten – es hat wirklich himmlisch geschmeckt…

Man sieht, dass die Erde nun endlich wieder Feuchtigkeit aufgenommen hat. Das Gemüse gedeiht wieder (das Unkraut leider auch).

Mein Mann und ich gehen alle Reihen durch und stellen fest – auch wenn es weniger ist als im letzten Jahr, im September / Oktober gibt es noch sehr viel zu tun und ernten…

Komposthaufen und Mulchen: Der Weg ist lang zum Komposthaufen des Mittelhammshof. Das haben wir im letzten Jahr bei dem Unkrautwust nach unserem Urlaub gemerkt. In diesem Jahr hat sich das Unkraut auf Grund der Trockenheit nicht so stark bemerkbar gemacht. Dennoch – wir haben auf der freien Fläche, die nach der Zwiebelernte da war, einen eigenen kleinen „Misthaufen“angelegt. Hier kommt der „Pflanzenabfall“ hin. Wenn man die Pflanzen mulchen möchte, ist das „Material“dazu immer gleich griffbereit.

Aussaat im August: Die Stellen in der Parzelle, die nun abgeerntet sind, können auch im August noch bepflanzt werden: Feldsalat, Spinat, Rucola, Kohlrabi und Radieschen wachsen – müssen aber in diesem Jahr auf Grund der Trockenheit gut angegossen werden. Wer’s im Idealfall kann: Der ausgetrocknete Boden sollte ein paar Tage vorher immer wieder mal gewässert werden, damit auch die Erdschichten etwa 15 bis 20 Zentimeter unter der Oberfläche befeuchtet sind.

 

September

Der September startet für meinen Mann und mich mit der Fahrt zum Frankfurter Flughafen. Urlaub – es geht für 12 Tage nach Vancouver. Wir sind dort zur Hochzeit meiner ehemaligen Kollegin eingeladen und nutzen nun die Gelegenheit, die Stadt und das Land kennenzulernen.

Bereits am letzten Mittwoch im August habe ich meiner Freundin die Pflege meines Ackers übergeben. Sie ist seit unserer gemeinsamen Kartoffelernte Anfang August ganz begeistert und verspricht, regelmäßig via SMS Bericht zu erstatten.

Der erst kommt am 5. September:

„Alles soweit gut, bin gerade vom Acker zurück. Habe mich dort eine Stunde aufgehalten, sämtliches Gemüse rausgerissen und das Unkraut stehen lassen…!“

Mir stockt der Atem – kann es sei dass sie irgendetwas missverstanden hat? Nein – alles bestens – ihre Fotos zeigen das Gegenteil. Mangold kann immer noch geerntet werden, Wirsing und Weißkohl wachsen zu schönen Köpfen und nach dem langersehnten Regen tragen nun auch die Zucchini wieder Früchte.

Ein paar Tage später erreicht mich ihr nächster Bericht:

„So ihr beiden, war heute mit meiner Freundin U. auf dem Acker. Haben 1 Reihe Kartoffeln ausgegraben. U. hatte auch Riesenspaß. Schicke Dir wieder einige Fotos. Weiterhin einen schönen Urlaub!“

Ja, ja… Kartoffeln ernten… Ich muss schmunzeln – bis jetzt hat jeder, der zur Kartoffelernte eingeladen wurde, festgestellt, dass man sich wie ein kleiner Goldgräber vorkommt…

Der letzte Bericht erreicht mich 2 Tage bevor mein Mann und ich wieder zu Hause sind. Diesmal hat sie Unterstützung von ihrem Patenkind, meinem Sohn. Ein Wirsing ist von Rehen angeknabbert worden, die Bohnen tragen endlich Früchte und der letzte Blumenkohl wird geerntet.

Es hat prima geklappt und wir sind alle zufrieden – mein Acker wurde bestens betreut und meine Freundin hat sich über das Gemüse, das sie geerntet hat, sehr gefreut.

Nachdem mein Mann und ich den Jetlag endlich überstanden haben, sind wir 5 Tage später auf unserem Acker und machen Bestandsaufnahme. Über den Hinweis meiner Freundin „… da sind ein paar Bohnen reif, die kannst Du dann ernten…“ habe ich mich sehr gefreut – es haut mich jedoch fast um, als ich sehe, wie die Pflanzen sich entwickelt haben.

Die Stangenbohnen mit den roten Blüten hängen voll, ebenso die Buschbohnen und die Bohnen, die ich erst Ende Juli ausgepflanzt habe. Ganze 4 Kilo können geerntet werden. (Mein Lieblingsrezept dazu findet ihr in meiner Rezeptsammlung). Mein Mann findet es amüsant, dass ich fast 2 Stunden mit der Ernte zu Gange bin…

Er beschäftigt sich inzwischen mit den Zucchini. Diese haben zwar in unserer Abwesenheit reichlich Früchte getragen, aber nun sind sie von Mehltau befallen, der sich inzwischen auch auf 2 Mangold-Pflanzen übertragen hat. Damit nicht noch andere Pflanzen befallen werden, hilft nur eins – die befallenen Zucchini- und Mangoldpflanzen komplett entfernen. Bei den Zucchini eine stachelige Angelegenheit

Die geschützten Salate und der Spitzkohl unter dem Flies haben sich in den vergangenen Wochen dafür prächtig entwickelt. Leider auch die Beikräuter – diese werden schnell entfernt und wir freuen uns auf Endivie und Radicchio, die wir in den nächsten Wochen ernten können.

Der Grünkohl ist prächtig gewachsen. Doch am meisten überraschen uns die Kürbisse. Geerntet haben wir diese bereits Anfang August. Die grünen Ranken haben wir stehen lassen, weil wir keine Zeit (und keine Lust) hatten, diese zu entfernen. Jetzt sehen wir, dass 7 neue, kleine Kürbisse gewachsen sind und heranreifen. Mal sehen, was darauf wird…

Das letzte Wochenende im September ist herbstlich warm mit 15 Grad und genau richtig, um die letzten Kartoffeln zu ernten. Beim Babysitten hat mich unser jüngster Ackerhelfer bereits darauf hingewiesen, dass er die roten Kartoffeln (nicht die gelben, nein – die roten !) auf jeden Fall miternten möchte. Wie gut, dass auch Mama und Papa Zeit und Lust haben. Und so können die roten Kartoffeln – wie gewünscht – geerntet werden.

Etwas später trifft dann meine Freundin ein… die restlichen gelben Kartoffeln wollen ja schließlich auch geerntet werden. Mein Mann gräbt inzwischen das komplette Kartoffelfeld um, damit auch wirklich die letzte Kartöffelchen ihren Weg ins Körbchen findet.

Die Beikräuter, die in den letzten Wochen kräftig gewachsen sind, werden entfernt. Brokkoli, Spitzkohl und Fenchel werden geerntet. Die blühenden Brokkolipflanzen lassen meine Freundin und ich für die Bienen stehen. Die abgeernteten Strünke werden ausgerupft, eingesammelt, auf die Schubkarre verfrachtet und zum Misthaufen gefahren.

Die nächsten Wochen auf dem Acker werden entspannter. Denn jetzt wird nur noch geerntet. Das heißt für uns – nur noch ein Besuch pro Woche (nicht mehr drei). Dafür wird jetzt zu Hause fleißig eingekocht.

Kartoffelernte: Wer, so wie ich, noch immer Kartoffeln in der Erde hat, sollte nicht außeracht lassen, dass es auch schon Ende September ersten Bodenfrost (der wandelt die Stärke in Zucker um) geben kann. Daher spätestens am letzten Wochenende im September die letzten Kartoffeln ernten und einlagern. Am besten in einer luftigen Holzkiste – dunkel, trocken und kühl. Das verhindert die Bildung grüner Stellen. Unter Lichteinwirkung bildet sich nämlich giftiges Solanin. Nicht geeignet sind Eimer oder Kunststoffgefäße. Ich habe sie im vergangenen Jahr auf meinem Dachboden eingelagert (da war es kühler als im Keller) und konnte mich bis in den März an meinen Kartoffeln erfreuen. Ideal sind Temperaturen zwischen 4 und 8 Grad Celsius. Noch ein Hinweis – Kartoffeln und Zwiebeln nicht zusammen lagern – die beiden vertragen sich nicht – die Kartoffeln fangen schneller an zu keimen. Faulende Kartoffeln solltest du immer aussortieren und am besten direkt verarbeiten.

Ernten im Herbst: Nachts ist es jetzt, Ende September bereits sehr kalt – teilweise im einstelligen Bereich. Und Bodenfrost kommt manchmal schneller als man ahnt. Da stellt sich die Frage – was kann / muss wann geerntet werden. Brokkoli und Blumenkohl vertragen keinen Frost, ebenso Zucchini und Kürbis. Auch Bohnen und Salate (außer Feldsalat, der kann jetzt noch gepflanzt werden) mögen ihn nicht.

Alle anderen Kohlsorten, Spinat, Rote Beete, Pastinaken und Möhren (also die Wurzelgemüse) haben damit kein Problem. Die Ernte sollte dann allerdings in der Mittagszeit erfolgen, da die Pflanzen dann „aufgetaut“ sind – bitte nicht gefroren ernten. Somit kann auch im Herbst dann geerntet werden, wenn man das Gemüse braucht.

 

Oktober

Inzwischen ist es Oktober … Herbst , aber mit Temperaturen wie im Sommer … und der Regen lässt immer noch auf sich warten. Das erste Wochenende verbringen wir ausnahmsweise nicht auf unserem Acker. Essen erntet – in der Gruga.

Auch der Mittelhammshof mit seinen menschlichen und tierischen Bewohnern ist wie auch in den vergangenen Jahren dort vertreten. Und bei 25 Grad genießen wir einen schönen Nachmittag im Grugapark…

Jetzt im Oktober sind meine Mann und ich nicht mehr so oft auf dem Acker. Gepflanzt wird in diesem Jahr nichts mehr, es wird jetzt nur noch geerntet… und nicht gerade wenig. Die Ende August gepflanzten Salate und der Chinakohl haben sich gut entwickelt.

Auch bei den Bohnen ist noch immer kein Ende in Sicht. Der Wirsing ist trotz der Trockenheit im Sommer prima gewachsen. Es wird weiter fleißig geerntet.

Ich muss feststellen, dass gerade die Kohlsorten sich doch noch ein wenig erholt haben, denn neben dem Wirsing ist auch der Weißkohl prima gewachsen. Der Rosenkohl hat sich ebenfalls prächtig entwickelt und wartet auf den ersten Frost.

Die Arbeit auf dem Acker wird jetzt weniger, dafür werde ich jetzt zu Hause in meiner Küche umso aktiver. Denn das Gemüse wird eingekocht, eingefroren und manchmal auch getauscht. Meine Kollegin aus der Buchhaltung kann sich in diesem Jahr vor Äpfeln kaum retten, die 3 Bäume in ihrem Garten brechen unter der Last der Früchte fast zusammen. Was liegt näher als zu tauschen – Erdäpfel (also Kartoffeln) gegen Äpfel? 2 Kisten mit je 10 Kilo finden so den Weg in meine Küche und werden zu Kuchen, Marmelade und Apfelmus verarbeitet.

Und auch die Quitte habe ich an unserem Nachmittag in der Gruga wiederentdeckt. Aus der hat meine Oma schon vor 50 Jahren leckeres Quittengelee gemacht. Ich habe erst einmal Quittensirup hergestellt – supereinfach und sehr lecker…

Das Quittengelee und der Quittenlikör folgen.

Es gibt also immer noch viel zu tun – mit der Ernte ab in die Küche.

Verarbeiten: Da ich ab jetzt nur noch ernte, liegt die meiste Arbeit jetzt zu Hause in meiner Küche. Vorratshaltung mit dem eigenen Gemüse. Ich teste gerade so ziemlich alles durch, neben dem Einfrieren und dem Einkochen folgt in den nächsten Wochen das Fermentieren – dazu gibt es demnächst eine neue Rubrik bei den Rezepten… Schaut einfach mal rein…

 

November

… und immer noch viel Sonne und wenig Regen. Doch unser Acker ist im Wandel… es wird kälter…

Doch erst einmal habe ich Anfang November meinen ersten Vortrag mit dem Thema „Wie die Fee zum Acker kam – Gemüse selbst ernten mitten im Pott“ absolviert. Der Abend in „von Grünstadt“ gestaltet sich als sehr angenehm und aus meinem Vortrag wird im Laufe des Abends zu einer interessanten Gesprächsrunde.

Was machst Du mit dem Gemüse? Wie war das in diesem Jahr mit der extremen Hitze und dem wenigen Regen? Und das bei einer kleinen Kostprobe… ich habe eine Kürbis-Apfel-Suppe vorbereitet, die jeder Besucher probieren darf – das Rezept zum Nachkochen gibt es dazu.

Ein paar Tage später geht unsere Ernte weiter… Die Möhren sind in diesem Jahr sehr zahlreich – aber klein… hier macht sich die Trockenheit des Sommers bemerkbar. Im letzten Jahr waren es einige, aber große, in diesem Jahr viele aber kleine.

Der Grünkohl hat den ersten Frost abbekommen und wird in den nächsten Wochen geerntet. Mangold wird zum letzten Mal geschnitten und auch der Rotkohl geht mit nach Hause. Er ist zwar klein, aber ich hoffe doch, dass ich ein paar Gläser einkochen kann.

Auch ein paar Knollen Gelbe Beete kann ich noch ernten. Sie kommen mit den Möhren und dem Sellerie in einer Kiste mit Sand, um sie für die nächsten Monate haltbar zu machen.

Der Rosenkohl lässt sich in diesem Jahr einfacher ernten – wir haben gelernt. Wie bei Möhre und Kartoffel nehmen wir die Forke und holen so die ganze Pflanze aus dem Boden.

Die Ernte an diesem Nachmittag ist reichlich und ich weiß, dass ich in den nächsten Tagen wieder viel in der Küche zubringen werde.

Wann? Abends nach Feierabend. Um den Stress im Büro zu verarbeiten gibt es für mich nichts schöneres, als in der Küche zu wurschteln. Aber erst wird die Ernte nach Hause gebracht…


Aufräumen: Da nur noch abgeerntet wird, sind mein Mann und ich ab Mitte November damit beschäftigt „das Feld zu räumen“… Die Pflanzstäbe für die Bohnen, Kürbis & Co. werden eingesammelt, unsere Stühle und der kleine Tisch ebenso wie die Netze. Da unser kleinster Ackerhelfer sein Beet abgeerntet hat, werden auch seine kleine Schubkarre, Gießkanne und Gartengeräten mitgenommen und für das nächste Jahr in unserer Garage eingelagert. Wenn man bei jedem Besuch etwas mit nach Hause nimmt, hat man beim letzten Besuch vor dem 20.12.2018 (Ende der Pachtzeit) nicht mehr allzu viel mitnehmen.

 

Dezember

Das Jahr geht zu Ende… Dezember – es ist kalt, nass und sehr windig.

Wie im vergangenen Jahr ist es wieder der Samstag vor dem 2. Advent und wir haben unseren letzten Tag auf dem Acker.

Aber diesmal ernten wir den Rest. Porree und Lauch sowie der restliche Rosenkohl stehen zur Ernte an. Der kalte Wind und ein leichter Nieselregen treiben uns zur Eile…

Aber auch 3 Kohlköpfe, etwas Salat und ein Wirsing sind noch da. In diesem Herbst haben wir jede Woche immer nur das geerntet, was wir gerade benötigt haben. Es pfeift ein kalter Wind über den Acker, und die 10 Grad, die das Thermometer anzeigt, fühlen sich an wie knapp über null.

Und heute kann dann auch endlich unser Grünkohl geerntet werden. Frost hatten wir ja bereits Mitte November. Und den sollte der Grünkohl immer haben, da er sich dann geschmacklich sehr verbessert. Eine ganze Kiste voll haben wir geerntet…

Aber nicht nur die, auch das restliche Gemüse muss zum Auto getragen und verstaut werden.

Zu Hause angekommen wird der Grünkohl verarbeitet. Die große Masse in der Kiste schrumpft am Ende, nachdem die Stiele und die welken, gelben Blätter entfernt sind, auf 2,5 kg zusammen.

Und das ist in diesem Jahr meine letzte Aktion als Ackerfee. Das restliche Gemüse lagert – wenn es kalt genug ist – für die nächsten 2-3 Wochen abgedeckt auf meinem Balkon und wird nach und nach verarbeitet.

Und den Rest des Winters, bis in den Frühling hinein, kann ich nun auf mein eingekochtes, tiefgekühltes und fermentiertes Gemüse zurückgreifen.

Trotz des heißen Sommers haben mein Mann und ich dennoch viel geerntet. Wir haben einiges dazugelernt, neues ausprobiert und viele wertvolle Tipps erhalten und an Euch weitergegeben…

Ich verabschiede mich nun in die Winterpause… Schauen wir mal, was das nächste Jahr bringt.

Herzliche Grüße

Eure Ackerfee Andrea