Der Großmarkt in Marseille – vom Wegwerfen zum Weitergeben
Jährlich werden in Deutschland Millionen Tonnen genießbarer Lebensmittel von Supermärkten entsorgt – während gleichzeitig viele Bedürftige bei den Tafeln kaum ausreichend versorgt werden können. Dennoch macht sich hierzulande weiterhin strafbar, wer noch verwertbare Lebensmittel aus Müllcontainern entnimmt. Ein Blick nach Frankreich zeigt, dass es auch anders geht: Dort werden Supermärkte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern gesetzlich verpflichtet, genießbare Lebensmittel entweder selbst weiterzuverwenden oder an gemeinnützige Organisationen – etwa an Tafeln – zu spenden. Alternativ dürfen die Waren zur Herstellung von Tierfutter, zur Kompostierung in der Landwirtschaft oder zur Energiegewinnung genutzt werden. Bei Verstößen droht eine Geldstrafe von bis zu 3.750 Euro. Ziel ist es, die Lebensmittelabfälle deutlich zu reduzieren. Ein Beispiel ist der Großmarkt in Marseille, auf dem bislang jährlich bis zu 2.400 Tonnen Obst und Gemüse vernichtet wurden – obwohl sie noch genießbar waren. Seit Anfang 2021 ist damit für viele Großhändler Schluss. Nicht mehr verkäufliche Waren gehen nun an die „Association Fruits et Légumes Solidarité“. Die Idee stammt von der gemeinnützigen Organisation Banque Alimentaire, die auch die weiterverarbeiteten Produkte an …

