Autor: Ackerfee

Gärtnern ohne Plastik ?

Seit Saisonbeginn bin ich wieder kräftig dabei, Gemüse auszusäen und Stecklinge zu ziehen. Dabei ist mir aufgefallen, wieviel Plastik bei der Acker- und Gartenarbeit anfällt. Plastik ist also auch beim Ackern und Gärtnern ein ständiger Wegbegleiter. Immer mehr Anzuchttöpfe, in denen ich in den vergangenen Jahren Jungpflanzen gekauft haben, stapeln sich mittlerweile bei mir. Das Thema Plastikmüll ist gesellschaftlich ein Gesprächsthema (wie Verpackungen von Lebensmitteln, Coffee-to-go Becher, Plastikflaschen, etc.). Aber Blumen-, Pflanz- und Anzuchttöpfe spielen in der öffentlichen Diskussion kaum eine Rolle. Dabei gehen jährlich ca. 500 Mio. Blumentöpfe, Pflanz- und Aussaatgefäße aus Plastik über die Ladentheke. Selbst der Ökolandbau kommt an Plastiktöpfen derzeit nicht herum. Und warum ist der Plastiktopf so attraktiv für die Hersteller und Verkäufer? Er ist haltbar, leicht und lässt sich bedrucken. Die Behälter lassen sich besser abfertigen und transportieren. Und schließlich wollen die Verbraucher/innen ihre Pflanze sauber nach Hause tragen und nicht mehr bezahlen. Man könnte denken: es ist ja nicht so schlimm. Ich kann die Plastiktöpfe in die gelbe Tonne zum Recycling geben. Aber es gibt ein Problem dabei. …

6 Gartentipps für Neulinge

4. Ackerjahr / 3. Kleingartenjahr: wir haben Fehler gemacht, ausprobiert, Neues dazu gelernt und uns auch in Geduld geübt. Um dir den Einstieg zu erleichtern, hier einige Tipps für das Ackern und Gärtnern. Als Neuling denkt man oft, das Acker-/Gärtnerleben besteht nur aus Gießen und Jäten. Viele Pflanzen brauchen gar nicht soviel Wasser (z.B. Kartoffeln,Zwiebeln). Vermeide oberflächiges Gießen. Die Pflanzen lieben es, wie wir gemütlich und bilden dann nur oberflächlich Wurzeln aus. Sie sollen aber selbst nach Wasser suchen. Beim gelegentlichen kräftigen Gießen (ein- bis zweimal die Woche) – falls kein Regen in Sicht ist – bilden sich stabilere Pflanzen mit langen und starken Wurzeln. Die Salatwurzeln gehen zum Beispiel bis 60 cm, Kohl sogar bis 80 cm in die Tiefe. Die günstigste Zeit zum Gießen ist morgens. Stecklinge und Jungpflanzen brauchen nach der Anpflanzung Wasser, falls kein Regen in Sicht ist. Unser Bauer Maas empfiehlt, die Aussaat besser nicht zu gießen, da womöglich der Samen keimt und anschließend vertrocknet. Dieses Risiko lässt sich beim Abwarten auf natürlichen Niederschlag verringern. Keimlinge sollten mit der Gießtülle …

Bärlauchpesto selbst gemacht

Frühlingsspezialität aus der Region oder aus dem Garten. Bärlauch hat Saison und wir essen gerne Frischkäse mit dem aromatischen Bärlauch aus dem Garten. Wir denken allerdings auch an die Zeit, wo es den Bärlauch nicht mehr gibt. Die Erntezeit ist im Mai/Juni vorbei. Warum also nicht den Bärlauch in einem Pesto für das ganze Jahr haltbar machen. Hier ist mein Rezept: Zubereitungszeit ca. 30 Minuten Zutaten 200 g Bärlauch 15 g Salz 100 ml Olivenöl 150 ml Sonnenblumenöl nativ 50 g Pinienkerne 50 g Cashew-Kerne 50 g Parmesan gerieben Zubereitung Bärlauch waschen, trocken schleudern und in Streifen schneiden mit Salz und Öl mit einem Stabmixer cremig pürieren Pinien- und Cashew-Kerne hacken und dazugeben Käse reiben und unterrühren Das Pesto abfüllen und mit einer dünnen Schicht Öl luftdicht abschließen. Tipps zum Rezept nach Gebrauch mit etwas Olivenöl bedecken immer einen sauberen Löffel benutzen im Kühlschrank hält das Pesto ca. 2 -3 Monate bei mind. minus 18 Grad hält das Pesto bis zu  9 Monate in der Tiefkühlung dunkel aufbewahren Bärlauchpesto passt gut mit Pasta oder Gnocci, …

Ein erster Frühlingsbote

Mein Mann und ich lieben Bärlauch, als Pesto verarbeitet ein Delikatesse. Und das nicht nur im Frühling. Ich fertige im seit Jahren im April mindestens ein Kilo Bärlauch zu Pesto, denn frischen Bärlauch gibt es aber nur im Frühling. Auf dem Wochenmarkt in Essen-Rüttenscheid haben wir jedes Jahr Ende März/Anfang April ein Kilo Bärlauch zum stolzen Preis von ca. 20 – 30 Euro pro Kilo gekauft. Als wir unseren ersten Frühling im Garten 2019 erleben, baute sich im März und April langsam ein großer Teppich mit grünen Pflanzen um unseren alten Apfelbaum auf. Bärlauch oder Maiglöckchen ? Ihr könnt Euch vorstellen, wie glücklich ich war, als ich festgestellt habe, dass Bärlauch in meinem Garten wächst. Den Bärlauch bitte nicht mit seinem giftigen Doppelgänger Maiglöckchen verwechseln (gerade bei jungen Blättern). Wie ich das festgestellt habe? Einfach Gummihandschuhe anziehen (sollten es Maiglöckchen sein – der Saft der gepflückten Pflanze ist hochgiftig), einige Blatter zwischen den Fingern zerreiben. Steigt dir ein Knoblauchduft entgegen, so kannst du davon ausgehen, es ist Bärlauch. Übrigens gibt es keinen unangenehmen Mund- und …

Gemüsegarten auf Zeit

Du wolltest schon immer einmal eigenes Gemüse selbst ernten und genießen ? Der Aufwand sollte im Vergleich zum eigenen Garten eher gering sein ? Dann wäre ein Mietacker oder Mietgarten das Richtige für Dich. In Essen werden vier Mietäcker und Mietgärten von verschiedenen Anbietern, auch mit Bioland-Zertifizierung, angeboten. Der Vorteile einer Mietparzelle sind natürlich, dass zahlreiche Gemüsesorten ( ca. 20-25 ) bereits durch den Bauern gepflanzt sind und die Parzelle nur für eine Saison (ab Mai bis Dezember i.d.R.) angemietet werden kann, also ein Gemüsegarten auf Zeit. Ansonsten bist du für die Pflege deines schmackhaften Gemüse selbst verantwortlich. Die notwendigen Gartengeräte und das Gießwasser stellt meistens der Betreiber. Ist eine Kultur abgeerntet, können die Hobbybauern ihre Parzelle neu bepflanzen. Auf dem Mittelhammshof in Essen werden zum Beispiel dreimal in der Saison Jungpflanzen zum Selbstpflanzen angeboten. Zwei Stunden solltest du mindestens pro Woche für das Gärtnern einplanen. Wer feststellt, dass ein Mietacker nichts für ihn/sie ist, kann einfach die Saison auslaufen lassen, aber bitte dem Bauer darüber informieren. Meine Aktivitäten und Erlebnisse auf dem Mietacker kannst …

Ackerfee riecht am Rucolla

Hallo

Hallo und Willkommen, schön, dass du die Ackerfee entdeckt hast. Auf meiner Seite berichte ich von meinen Erfahrungen, wie ich Gemüse mitten im Ruhrpott selbst anbaue und ernte. Tipps und Rezepte findest Du hier auch. Seit Mai 2017 bin ich Pächterin eines Mietackers im Essener Süden und im  Dezember 2018 kam der Kleingarten noch hinzu. Das ist urbanes Gärtnern pur – viel Arbeit, die Spaß macht. Außerdem sind mein Mann und ich dabei, unser Zuhause immer nachhaltiger, abfall-und plastikfrei zu machen. Das ist eine große Herausforderung. Und wir möchten die Menschen ermutigen, sich ihrer Verwendung von Plastik bewusster zu werden. Wenn Du schon länger meine Seite verfolgst, wird dir auffallen, dass sie ein neues Design bekommen hat. Auf der Startseite hast du gleich einen Überblick über meine Webseite und die neusten Beiträge. Und du kannst jetzt Kommentare bei den Beiträgen abgeben – ich bin sehr gespannt, wie sie Dir gefällt. Herzliche Grüße Eure Ackerfee Andrea

eine Flasche Rohmilch vom Mittelhammshof

Quark selber machen

Quark im Plastikbecher aus dem Supermarkt – darauf habe ich schon lange keine Lust mehr… ich esse ihn aber gerne, am liebsten mit Früchten… Nach ein bisschen Recherche im Netz und einigen Experimenten in der Küche – hier ist mein Rezept für meinen selbst gemachten Quark, wirklich ganz einfach: Für ca. 300-350 g Quark        1 l Rohmilch        2 Biozitronen        1 Leinentuch (am besten ein Geschirrtuch)        2 große Schüsseln        1 Haarsieb Die Milch in eine große Schüssel geben. Dann die beiden Zitronen auspressen und den Saft zur Milch geben. Die Schüssel mit dem Tuch zudecken und 24 Std. stehen lassen (NICHT im Kühlschrank !!!) Die Milch ist nun „ausgeflockt“ und hat feste Bestandteile (den Quark). Jetzt das Sieb in die 2. Schüssel geben, das Tuch ins Sieb legen und die Milch langsam in das Tuch gießen. Die Molke fängst du in der Schüssel darunter auf. Das Tuch nun oben zusammen nehmen und die Molke, die noch im Quark ist, ganz vorsichtig ausdrücken. Den Vorgang mit Pausen in einer Stunde 3-4 mal …

Mann von Ackerfee mit Enkelkind auf der Parzelle des Mietackers

Kinder lieben ackern

Für eine Generation, die weiß, was sie isst Es ist schön, dass mein erstes Enkelkind bereits mit 2 Jahren regelmäßiger Besucher meines Mietackers war. Ihm machte es riesigen Spaß, mit eigener Schaufel in der Erde zu buddeln, mit meiner Hilfe Jungpflanzen zu setzen, zu gießen und im Sommer Zwiebeln zu ernten, im Herbst die ersten Kartoffeln auszugraben. Leider wissen viele Kinder nicht, wie welches Gemüse aussieht oder wie / wo es wächst und frisch schmeckt. Es ist so wichtig schon unseren Kindern zu vermitteln, woher unser Gemüse kommt, wieviel Arbeit dahinter steckt, um die Wertschätzung von Lebensmittel zu stärken (in Deutschland werden über 30 Prozent der Lebensmittel weggeworfen). Ich habe meinem Enkel (inzwischen sind es 2) gleich am Anfang ein eigenes, abgegrenztes Beet zur Verfügung gestellt. Hier hat er mit Hilfe seiner Mama und meiner Unterstützung eigenes Gemüse angepflanzt und geerntet. Sehr neugierig hat er die verschiedenen Entwicklungsstufen des Gemüse erlebt und versteht inzwischen, dass das Gemüse nicht nur aus dem Supermarkt kommt. Sein Favorit – rote Beete und Hokaidokürbis, nach der Ernte zubereitet von …

Mein Garten – ein Meer von Bärlauch

Die Idee, einen Acker zu pachten hatte ja bekanntlich mein Mann. Und die ersten beiden Jahre haben wirklich viel Spaß gemacht. Kochen, ernten, Gemüse verarbeiten, einkochen, fermentieren… immer neue Ideen wollten ausprobiert und umgesetzt werden. Und fast alles gibt mein Acker her… aber nur fast… Äpfel und Pflaumen – die bekam ich von meiner Freundin Ulrike und einer Kollegin im Tausch gegen Kartoffeln, Salat und Zucchini. Denn auf meinem Acker wurde (und wird) nur Gemüse angebaut… warum also schaffen wir uns keinen Garten an? Da könnten wir alles anpflanzen – Gemüse und Obst. Und damit war sie geboren, Mitte November 2018 – die Idee vom eigenen Garten. Und der Entschluss… wir lassen uns Zeit, mindestens ein Jahr… schauen uns in Ruhe um… uns hetzt ja keiner… der Acker für 2019 war ja schon fest eingeplant… Das hatten wir uns so vorgenommen, Anfang November. Beim Stöbern im Internet stieß ich dann Mitte November auch recht schnell auf diverse Anzeigen, in denen Kleingärten zum Verkauf oder zur Verpachtung angeboten wurden. Direkt eine der ersten Anzeigen zeigte einen …

Der Sauzahn

In dieser Saison möchte ich ein neues Arbeitsgerät ausprobieren, den sogenannten „Sauzahn“. Du hast richtig gelesen. Hier kannst du auch Näheres über den Sauzahn erfahren. Der Sauzahn – für die schonende Lockerung des Bodens Ich möchte diesmal ein neues Werkzeug für die Bodenlockerung ausprobieren. Bei der Bestellung von Biosamen bin ich auf dieses Gerät – auch Tiefenlüfter oder Kultivator – gestoßen. Biogärtner schwören seit den 70 er Jahren auf diesen einzinkigen Grubber. Für eine ertragreiche Ernte ist eine gute Lockerung des Bodens notwendig. Vorher ist natürlich das Unkraut zu jäten. Ich habe dabei festgestellt, dass der dreizinkige Grubber und die Breitblatt-Hacke nicht so wendig um die Jungpflanzen geführt werden konnte. Die sollen schließlich stehen bleiben. Mit dem Sauzahn kann man den Ackerboden spatentief lockern, ohne das Gefüge der Bodenorganismen zu verändern oder gar zu zerstören. Und das wusste ich bislang auch nicht: Die meisten Organismen können nur in einer bestimmten Bodentiefe leben. Einige brauchen mehr Sauerstoff, die anderen benötigen eine gleichmäßige Bodenfeuchte oder können mit Temperaturschwankungen nicht zurechtkommen. Den Sauzahn gibt es in unterschiedlichen Ausführungen …