Wassersparende Pflanzen

Wassersparende Pflanzen

Part 2 | Exkurs: Wasserfußabdruck

Am sinnvollsten ist es gleich beim Bewässern der Pflanzen zu sparen, indem du schon bei der Auswahl deiner Pflanzen ansetzt.

Mit standortangepassten Pflanzen (am besten aus ökologischen Anbau) kannst du der Trockenheit am besten trotzen. Sie sind auf die vorherrschenden Klimaverhältnisse vor Ort angepasst, widerstandsfähiger und sie brauchen weniger Pflege.

Rhododendron und Hortensien sind besonders durstig. Wir haben das Glück, dass unser Vorbesitzer bereits die Rhododendronbüsche und die Hortensien durch die Obstbäume und die Laube beschattet hat. Zwischen einem Rhododendron und einer Hortensie befindet sich sogar eine in den Boden eingelassene Regentonne, die bei Überlaufen den Durst dieser Pflanzen löscht.

Es gibt aber auch Pflanzen, die etwas mehr Trockenheit gut vertragen können.

Nur robuste Steppen- oder Steingartenpflanzen kommen mit wenig Wasser aus und fühlen sich auch in der prallen Sonne wohl.

Dickblattgewächse oder Sukkulenten (mediteranne Pflanzen) brauchen ebenso wenig Wasser. Gaura, Lichtquirl und Rudbeckien (aus steppigen Gebieten) sind sogar sehr trockenheitverträglich.

Bild unser Stein- und Kräutergarten

Sommerflieder, Liguster, Ginster, Lavendel und Thymian vertragen wenig Wasser.

Wenn du noch die Möglichkeit hast, deinen Garten (neu) zu gestalten, kannst du deine Pflanzen in verschiedenen Beeten je nach Wasserbedürfnis gruppieren – die Sonnenanbeter, die Schattenbedürftigen und die Feuchtigkeitsliebenden. So vermeidest du unnötiges Wässern. Diese lobenswerte Regel  haben wir leider auch nicht bei all unseren Stauden eingehalten.

Standort und FeuchtigkeitPflanzen (Beispiele)
  
Viel Sonne und wenig Wasser Goldmohn (Eschscholzia californica)
Levkoje (Matthiola incana)
Portulakröschen (Portulaca grandiflora)
Schleierkraut (Gypsophila elegans)
Blaukissen (Aubrieta-Hybriden)
Woll-Ziest (Stachys byzantina)
Bartblume (Caryopteris clandonensis)  
  
 Ohne GiessenMädchenauge (Coreopsis)
Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
Königskerze
Salbei
Mohn
Blauraute
Steinkraut
Hauswurz  
  
für trockene Plätze im SchattenFunkien (Hosta)
Mandelblättrige Purpur-Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides ‚Purpurea‘)
Purpurglöckchen (Heuchera)
Elfenblume (Epimedium)
Goldnesseln (Lamiastrum)
Storchschnabel (Geranium)
Beinwell Schildfarne (Polystichum)  
  
fühlen sich in der prallen Sonne wohlSonnenbraut
Petunie
Husarenknöpfchen
Zitrusbaum
Geranie
Paprika und Chili
Gladiole
Wandelröschen
  

winterharte Stauden für sonnige Standorte  







Arkansas-Scheinaster (Vernonia crinita)
Bergenie (Bergenia cordifolia)
Blaukissen (Aubrieta cultorum)
Blausternbusch (Amsonia hubrichtii)
Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum)
Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica)
Chrysantheme (Chrysanthemum x hortorum)  
Kräuter mit wenig Wasserbedarf Berg-Bohnenkraut (Satureja montana)
Currykraut (Helichrysum italicum)
Dill (Anethum graveolens)
Lavendel (Lavandula angustifolia)
Lorbeer (Laurus nobilis)
Majoran (Origanum majorana)
Olivenkraut (Santolina virens)
Oregano (Origanum vulgare)
Rosmarin (Salvia rosmarinus)
Salbei (Salvia officinalis)
Thymian (Thymus vulgaris)
Tripmadam (Sedum rupestre)
Ysop (Hyssopus officinalis)
Zitronengras (Cympobogon citratus)
Zitronenverbene (Aloysia triphylla)

Ohne Gewähr, Quellen: Internetrecherche und eigene Erfahrungen

Kleiner Exkurs: Wasserfußabdruck

Vielleicht interessiert es dich auch in diesem Zusammenhang, wieviel Wasser in Gemüsen und Pflanzen (in landwirtschaftlicher Produktion) steckt.

Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich pro Tag circa 4.000 Liter pro Tag. Davon stammen allerdings nur 2 Prozent aus dem direkten Verbrauch im Haushalt. Der größte Teil  wird durch indirekten, nicht sichtbaren Wasserverbrauch durch die Lebensmittelproduktion verursacht. So wird für 1 kg Kakao 27.000 Liter benötigt.  

Es kommt aber darauf an, welches Wasser, wann, wo und wie viel davon aus der Natur entnommen wird. Der virtuelle Wasserverbrauch ist nicht an sich schlecht .

Der Wasserfußabdruck (WFA) und auch virtuelles Wasser genannt bezeichnet das in der Produktion von Gütern und Dienstleistungen verwendete Wasser.

Beim virtuellen Wasser unterscheidet man drei Farben. Unter dem grünen Wasserverbrauch ist Wasser zu verstehen, das aus dem Boden und durch Regen von den Pflanzen aufgenommen. Das interessiert besonders die Hobbygärtnerinnen unter uns. Beim blauen Wasser ist die Menge gemeint, die künstliche Bewässerung beansprucht und dem natürlichen Wasserkreislauf entnommen wird. Das graue Wasser ist das Wasser, das zur Verdünnung des durch die Produktion verschmutzten Süßwassers benötigt wird. Diese drei Arten ergeben zusammen den Wasserfußabdruck eines Produkts.

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-bewirtschaften/wasserfussabdruck#was-ist-der-wasserfussabdruck

In Deutschland gibt es zum Glück ausreichend Niederschlag, so dass unser Anteil an blauem Wasser in der Landwirtschaft gering ist. Starke Regengüsse und anhaltende Hitzewellen lassen den Klimawandel seit einigen Jahren erkennen, so dass eine gleichmäßige Bewässerung von oben  nicht immer erwartet werden kann.

Als Gärtner/innen in der (Teil-) Selbstversorgung können wir mit gezielten Maßnahmen den Anteil am blauen Wasser beeinflussen (siehe die anderen Beiträge)

In Essen mit allgemein warmen und gemäßigten Klima fallen durchschnittlich etwa 920 mm (920 l pro qm) Niederschlag jährlich.

Die folgenden Werte beziehen sich auf einen Liter Wasser pro Kilogramm Lebensmittel.

Diese fünf Lebensmittel verbrauchen am meisten Wasser

1. Kakao (27.000 Liter)

2. Röstkaffee (21.000 Liter)

3. Fleisch (Rindfleisch 15.490 Liter, Schweinefleisch 4.730 Liter, Geflügel 4.000 Liter)

4. Nüsse & Hirse (5.000 Liter)

5. Roher Reis (3.470 Liter)

Diese fünf Lebensmittel haben den geringsten Wasserverbrauch

1. Tomaten (110 Liter)

2. Karotten (130 Liter)

3. Kartoffeln (210 Liter)

4. Grüner Salat (240 Liter)

5. Erdbeeren & Zwiebeln (280 Liter)