Mein Mann und ich lieben Bärlauch. Besonders als Pesto ist er für uns eine echte Delikatesse. Sein intensives, frisches Aroma macht aus einfachen Gerichten etwas ganz Besonderes. Dabei kann Bärlauch weit mehr als nur Pesto: Er passt wunderbar in eine cremige Bärlauchsuppe, in herzhafte Pfannkuchen mit Kräuterquark oder in selbstgemachte Ravioli. Auch als Bärlauchbutter oder Bärlauchsalz ist er ein Genuss.
Sehr lecker sind außerdem Rucola-Kartoffel-Küchlein mit Bärlauchsahne, Schupfnudeln mit Bärlauch, eingelegte Bärlauchknospen oder Spargel mit Bärlauchpüree und Austernpilzen. Selbst einfache Bruschetta bekommen mit frischem Bärlauch eine ganz besondere Note, und auch Bärlauch-Cannelloni sind ein Gedicht. Man merkt schnell: Dieses Frühlingskraut bringt in der Küche jede Menge Geschmack und Kreativität auf den Teller. Guten Appetit!
Leider hat die Bärlauchsaison nur einen kurzen Auftritt im Jahr. Frischen Bärlauch gibt es meist nur wenige Wochen im Frühling. Deshalb verarbeite ich seit vielen Jahren im April mindestens ein Kilo zu Pesto. Gut verschlossen hält es sich lange – und so holen wir uns auch Monate später noch ein Stück Frühling auf den Teller.
Früher haben wir unseren Bärlauch jedes Jahr auf dem Wochenmarkt in Essen-Rüttenscheid gekauft. Ende März oder Anfang April gönnten wir uns dort ein Kilo – zu einem stolzen Preis von etwa 20 bis 30 Euro.
Umso größer war unsere Überraschung, als wir 2019 unseren ersten Frühling im eigenen Garten erlebten. Rund um unseren alten Apfelbaum begann sich im März langsam ein Teppich aus frischem Grün auszubreiten. Tag für Tag wurden es mehr Blätter, dichter und kräftiger – bis schließlich ein ganzer Bärlauchbestand unter dem Baum wuchs. Seitdem wissen wir: Manchmal wachsen die schönsten Zutaten direkt vor der eigenen Haustür.
Bärlauch oder Maiglöckchen ?
Ihr könnt Euch vorstellen, wie glücklich ich war, als ich festgestellt habe, dass Bärlauch in meinem Garten wächst. Den Bärlauch bitte nicht mit seinem giftigen Doppelgänger Maiglöckchen verwechseln (gerade bei jungen Blättern).
Wie ich das festgestellt habe? Einfach Gummihandschuhe anziehen (sollten es Maiglöckchen sein – der Saft der gepflückten Pflanze ist hochgiftig), einige Blatter zwischen den Fingern zerreiben. Steigt dir ein Knoblauchduft entgegen, so kannst du davon ausgehen, es ist Bärlauch. Übrigens gibt es keinen unangenehmen Mund- und Körpergeruch wie beim Knoblauch.
Bärlauch ist im Frühling auch in unseren Wäldern zu finden. Aber Vorsicht beim Sammeln im Wald. Hast du schon oft und fleißig Bärlauch gesammelt, dann kennst Du seine Merkmale. Beim Bärlauch wächst jedes Blatt mit seinem Stiel direkt aus dem Boden. Die Blätter sind 20 bis 30 cm lang. Maiglöckchen besitzen keinen Stiel und wachsen paarweise am Stängel. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal für Bärlauch ist die matte Unterseite des Blattes. Maiglöckchen sind an der Unterseite glänzend. Bärlauch blüht etwa zwei Monate früher als das Maiglöckchen. Bärlauch hat filigrane sternen-förmige Blüten.

Bärlauch im April vor der Blüte und im Erntemodus
Bärlauch mag Sonne nicht
Auch in diesem Jahr zeigten sich bereits Mitte März die ersten zarten Blätter. Bärlauch wächst bei uns im Halbschatten unter einem Obstbaum. Direkte Sonne mag die Pflanze nicht. Sie mag es feucht und nährstoffreich. Die Pflanze breitet sich schnell (unterirdisch, sie ist ein Rhizomengewächs (ähnlich wie Rasen), so dass wir überlegen eine sogenannte Rhizomsperre auszulegen. Man sollte immer vor der Blüte und nur in kleinere Mengen pflücken, um den Bestand zu schonen. Blätter der blühenden Pflanzen verlieren schnell ihr Aroma. Die Blüten sind essbar und eignen sich gut zum Garnieren von Salaten.
Eine besondere Pflege ist nicht nötig. Im Herbst haben wir das Beet mit Laub gemulcht, um den Humusgehalt des Bodens zu erhöhen.
Stärkt euch wie die Bären
Warum heißt die Pflanze Bärlauch, haben wir uns gefragt. Die Recherche ergab, dass bereits die Germanen und Kelten die heilende Wirkung dieses Krauts kannten. Sie gaben ihm auch seinen Namen. Bären sollen nach dem Winterschlaf zuerst nach den saftigen Blättern des Gesundheitskrauts gesucht haben, um nach dem Winterschlaf die dringend benötigten Nährstoffe zu bekommen. Also… esst im Frühling viel Bärlauch und stärkt Euch wie die Bären.

Wer nicht selbst im Wald sammeln möchte oder eigenen Garten verfügt, kann in gut sortierten Gartencentern Bärlauch im Topf erwerben, um diese auf dem Balkon zu kultivieren. Diese stehen in der Regel nur kurzfristig zur Verfügung und sind schnell verkauft.
Da wir reichlich Bärlauch haben, haben wir Stücke aus dem Bärlauchteppich herausgestochen. Die beste Zeit ist nach der Blüte. Der geteilte Bärlauch kann dann an einer geeigneten Stelle angepflanzt werden. Freunde haben gute Erfahrungen damit gemacht.
Bärlauch verarbeiten
Die Saison von Bärlauch ist kurz, aber es gibt zahlreiche Möglichkeiten Bärlauch haltbar zu machen. Das Bärlauch-Pesto zum Beispiel ist ideal für die bärlauchfreie Zeit, um meine Gerichte zu verfeinern. In Gläsern eingefroren hält es sich bei uns bis zur nächsten Bärlauch-Saison, wenn es vorher nicht aufgegessen wurde. Frischen Bärlauch sollte man möglichst sofort verbrauchen
- Er hält gekühlt nur etwa ein bis zwei Tage
- Bärlauch lässt sich auch in Gefrierbeutel einfrieren.
- Größere Mengen lassen sich klein geschnitten im Backofen trocken und sind ein einem Glas ca. 1 Jahr haltbar (nach unserer Erfahrung)
Gerichte mit Spinat oder Mangold lassen sich mit Bärlauch lecker veredeln.
Bärlauch ist gesund
Das Frühlingskraut ist auch gesund. Es enthält viel Vitamin C, Eisen, Kalzium und Magnesium. Als Heilkraut ist es wirksam bei Verdauungsstörungen, Erkältung, Bronchitis, Cholesterin und Bluthochdruck.

| Steckbrief Bärlauch |
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| Botanischer Name Allium ursinum (Kelten „Herba salitaris“) |
| Pflanzenfamilie Lauchgewächse |
| Blütezeit April bis Mai |
| Erntezeit März bis Juni |
| Standort schattig bis halbschattig, nährstoffreich und feucht |
| Verwendung bei Erkältung, Verdauungsstörungen, Bluthochdruck, Bluthochdruck |
| Verwendung bei Saucen, Suppen, Salate, Pesto,Kartoffelgerichte, Pasta, Fisch, Fleisch |

