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Ackerfee riecht am Rucolla

Hallo

Hallo und Willkommen,

schön, dass du die Ackerfee entdeckt hast. Auf meiner Seite berichte ich von meinen Erfahrungen, wie ich Gemüse mitten im Ruhrpott selbst anbaue und ernte. Tipps und Rezepte findest Du hier auch.

Ackerfee kommt vom Feld mit einer Schubkarre

Seit Mai 2017 bin ich Pächterin eines Mietackers im Essener Süden und im  Dezember 2018 kam der Kleingarten noch hinzu. Das ist urbanes Gärtnern pur – viel Arbeit, die Spaß macht.

Außerdem sind mein Mann und ich dabei, unser Zuhause immer nachhaltiger, abfall-und plastikfrei zu machen. Das ist eine große Herausforderung. Und wir möchten die Menschen ermutigen, sich ihrer Verwendung von Plastik bewusster zu werden.

Wenn Du schon länger meine Seite verfolgst, wird dir auffallen, dass sie ein neues Design bekommen hat. Auf der Startseite hast du gleich einen Überblick über meine Webseite und die neusten Beiträge. Und du kannst jetzt Kommentare bei den Beiträgen abgeben – ich bin sehr gespannt, wie sie Dir gefällt.

Herzliche Grüße

Eure Ackerfee Andrea

Gemüse im Backofen einkochen

Kürbis | Rotkohl |Rote Beete

Allgemeine Anleitung

Irgendwann habe ich feststellen müssen – das Gemüse ist schneller reif, als mein Mann und ich mit dem Verarbeiten und Essen nachkommen. Und mein Tiefkühlschank hat nur drei Schubladen, die dann ziemlich schnell gefüllt waren.

Also – was lag näher, als sich mit dem Thema einkochen zu befassen. Meine Marmelade mache ich seit Jahren selber. Und als meine Kinder klein waren, habe ich oft das Gemüse aus dem Garten meiner Schwiegereltern eingekocht. Mit großem Topf, Einmachgläsern, Thermometer – allem was dazu gehört.

[Anmerkung an dieser Stelle: vielen Dank, liebe Gertrud. Was Du mir damals beigebracht hast – wenn ich auch manchmal schwierig war – hilft mir heute weiter, ganz gleich ob das Einkochen, Bestimmen der Pflanzen oder das Ernten, DANKE !!!]

Das Equipment habe ich heute nicht mehr – und hätte in meiner Küche (6,5 qm) auch gar keinen Platz mehr dafür.

Einkochen im Backofen geht super

Am besten funktioniert es mit Sturz- oder Twist-off-Gläsern.

Schritt 1. Die Gläser müssen richtig sauber sein! Vor dem Einkochen müssen die Gläser, ebenso die Deckel und Trichter (mit großer Öffnung), heiß gespült werden. Die Gläser und Deckel am besten in einen Topf mit Wasser geben und einmal sprudelnd aufkochen. Einen Schuss Essig mit ins Wasser geben und 1 Minute aufkochen. Mit einer Grillzange die Gläser aus dem kochenden Wasser nehmen und auf einem frischen, sauberen Geschirrtuch abstellen.

Schritt 2. Gemüse geputzt und in die gewünschte Größe schneiden. Wichtig: alle Zutaten sollten in einwandfreiem Zustand sein. Und – Gemüse erst putzen, dann wiegen damit die Mengenangaben stimmen.

Schritt 3. Gemüse vorgaren (siehe Rezepte)

Schritt 4. Anschließend das Gemüse in die Gläser füllen – am besten mit dem Trichter – mit dem Kochsud bis ca. 1 cm unter dem Rand auffüllen und dann das Glas verschließen. Wichtig: Der Glasrand muss absolut sauber bleiben, ggf. mit einem frischen Geschirrtuch nachreinigen vor dem Verschließen.

Schritt 5. Die Fettpfanne des Backofens mit Wasser füllen (ca. 3 cm hoch), auf die unterste Schiene schieben und die gefüllten und geschlossenen Gläser mit Abstand zueinander in die Fettpfanne stellen.

Schritt 6. Gemüse bei 175° C ca. 5-10 Min. bei Ober-/Unterhitze im Backofen belassen. Wenn dann kleine Bläschen im Glas „hochsteigen“ auf 150° C herunterschalten und die Gläser für ca. 25 – 35 Min „einkochen“.

   Schritt 7. Danach den Backofen öffnen (Vorsicht – heißer Wasserdampf) und die Gläser eine halbe Stunde im Ofen stehen lassen. Anschließend rausnehmen (immer noch sehr heiß – Handschuhe sind zu empfehlen) und zugedeckt langsam abkühlen lassen.

Das sind die allgemeinen 7 Schritte. Weitere, von mir erprobte Rezepte, findet Ihr hier auf der Seite…

Dann viel Spaß beim Einkochen…

Eure Ackerfee Andrea



Mietacker Mittelhammshof mit den neuen Hobbygärtnern

Wie die Fee zum Acker kam …

Wie die Fee zum Acker kam…

Manchmal brauchen Feen einen kleinen Schubs, damit sie wissen, wo sie ihre Fähigkeiten am besten einbringen können. Und dieser kleine Schubs kam von meinem Mann Klaus. Als Pensionär stieß er im Mai 2015 auf einen Artikel in unserer Tageszeitung: Essener Bauern suchen neue Mietacker-Pächter.

Eigenes Gemüse anbauen, mitten im Zentrum des Ruhrgebiets – oh ja, das gibt es. Mich, die begeisterte Hobbyköchin, die sich beim Kochen vom stressigen Bürojob erholt, und meinen Mann, der das, was ich koche, gerne isst und als Pensionär über genügend Zeit verfügt, inspirierte dieser Artikel.

So schauten wir uns im Sommer 2015 ein Feld im Essener Süden an und kamen zu dem Schluss – das machen wir im nächsten Jahr auch. Als wir uns jedoch im März 2016 vor Ort die Gegebenheiten ansahen, mussten wir feststellen, das wir viel zu spät dran waren. Die besten Parzellen waren bereits vergeben und dass, was noch zu haben war, gefiel uns nicht. Nun gut, dann eben im nächsten Jahr.

Ein paar Wochen später kam ich mit meiner Ärztin ins Gespräch auf das Thema „Acker pachten / Gemüse selbst ernten“. Und wie der Zufall es will, erfuhr ich von ihr, dass man beim Bauer Maas in Essen-Fischlaken ebenfalls Parzellen anmieten kann – kein konventioneller Anbau, nein, Bio. SUPER! Gesagt, getan!

Mein Mann besuchte im September 2016 erstmals den Mittelhammshofvon Bauer Maas zwecks Sichtung der Lage und den Gegebenheiten. Am Abend wieder zu Hause, erzählte er mir von dem netten Gespräch mit einer Pächterin, die er dort angetroffen hatte.Außerdem hatte sie ihm ein paar Möhren von ihrem Acker geschenkt, die umgehend von mir „verarbeitet“ wurden.

Das Ergebnis – richtig lecker! Und so erfolgte Ende 2016 die Anmeldung, im Februar 2017 bekamen wir weitere Infos und am 13. Mai 2017 begann unser erstes Jahr auf dem Acker. Was und wie wir geerntet haben, was alles richtig oder falsch lief, vom Unkrautwust nach dem Urlaub über „Was mache ich mit einer Schubkarre voll Gemüse“ findet ihr unter Ackern 2017“–>.

So, damit dürfte geklärt sein – wie die Fee zum Acker kam…    

Herzliche Grüße

Eure Ackerfee Andrea

Mann von Ackerfee mit Enkelkind auf der Parzelle des Mietackers

Gärtnern ohne Bücken

Jetzt Hochbeet planen.

Für unseren Kleingarten, den wir im Dezember 2018 gemietet haben, suchten wir nach zwei perfekten Hochbeeten. Wir haben uns intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und dabei festgestellt, dass es eine riesige Auswahl an Hochbeeten in unzähligen Varianten gibt. Welche Ausmaße soll das Beet haben ? Welches Material wollen wir verwenden ? Sollen wir das Hochbeet selbst erstellen ? Welche Bauart favorisieren wir ?

Zunächst einmal hat so ein Hochbeet viele Vorteile für das Gärtnern im Vergleich zu einem Flachbeet oder Mietacker:

  •           Es ist eine rückenschonende Gartentätigkeit möglich
  •           Unabhängigkeit von der Bodenbeschaffenheit u. den Temperaturen
  •           Es minimiert Probleme durch Schädlinge (Wühlmäuse, Unkraut u.a.)
  •           Auf kleinstem Raum lassen sich gute Ernteergebnisse erzielen
  •           Es lassen sich wärmehungrige Pflanzen besser anbauen
  •           Die Pflanzen sind nicht so anfällig gegen Frost
  •           Befüllung des Beete nach den Bedürfnissen der Pflanzen
  •           Die Pflanzen können dichter gesetzt werden (nährstofferreicher Boden)
  •           Das Beet kann man zusätzlich mit Thermohauben ausstatten

Es gibt Hochbeete aus Kunststoff, Holz, Metall, Stein und sogar Beton. Hochbeete aus Kunststoff sind preisgünstig, aber sehen im Garten nicht besonders schön aus (und da wir Plastik vermeiden wo wir können, kam diese Variante übehaupt nicht in Frage). Beete (aus Metall) mit einer rostigen Patina kosten einiges und sind nicht jedermanns Geschmack. Es gibt sie auch aus pulverbeschichtetem oder verzinktem Stahl. Wenige Gärtner verwenden Steine für den Bau von Hochbeeten. Natursteine sind teuer und das Beet ist wenig flexibel. Natürlich kann man auch einfache Steinplatten, Ziegel- oder Klinkersteine benutzen. Das übliche Material ist aber Holz. Die Holzsorte entscheidet über die Lebensdauer und den Preis für das Hochbeet (weiches Holz wie Fichte oder Kiefer ist günstiger als härtere Holzarten wie Lärche oder Douglasie). Holz als natürlicher Rohstoff setzt optische Akzente im Garten. Bei Wahl des Materials haben wir neben ästhetischen Gesichtspunkten auch die Lebensdauer des Holzes berücksichtigt.

Wir haben uns dann für die beständige und hochwertige Douglasie (ca. 10 Jahre beständig) und für einen Holzbauer mit eigenem kleinen Sägewerk in der Hocheifel entschieden. Dünnes Holz verwittert schneller. Die Douglasie stammt aus der Hocheifel (lokal)  und braucht nicht weiter gegen die Witterung behandelt werden.

Foto: Werner Müller

Wir haben dennoch die Douglasie im Aussenbereich mit einer klaren Holzlasur behandelt. Das stabile und robuste Hochbeet lässt sich kinderleicht ohne Werkzeug zusammenstecken (Blockhausverband) Der Spalt zwischen den Hölzern verhindert ein Faulen des Holzes durch Wasser. Eine dicke Noppenfolie für die Auskleidung des Beetes in der Innenseite (zum Holzhinterlüften) und die Schneckenkante – die wird verschraubt – werden mitgeliefert.

Nach einem sonntäglichen Besuch beim Holzbauer Müller haben wir zwei Hochbeete bestellt (Innenmaß 185 x 100 x 80 cm) und ein weiteres kleines Hochbeet für unsere Enkelkinder. Die Wandstärke beträgt 38 mm und hält Druck gut stand ! Diese Stabilität haben bei unserer Recherche bei anderen Anbietern nicht gefunden.Die Größen der Hochbeete sind individuell verfügbar.

Bei der Planung des Beetes sollte man die Dimension unbedingt beachten. Wir mussten beachtliche Mengen an Füllmaterialien (Pflanzenreste, Äste, Gartenabfälle) heranschleppen. Mindestens die obersten 30 Zentimeter sollen aus Gartenerde, Mutterboden oder Universalerde bestehen.

Holzbauer Werner Müller, 53534 Bauler (Hocheifel)

wmholz.wurm@t-online.de

0171.8026535

Hochbeet mit blauem Spaten

Urbanes Gärtnern und Leben

Ich möchte einmal verschiedene Formen des städtischen Gärtnerns erläutern, die es auch in Essen gibt. Wer sich nicht für einen Mietacker oder Schrebergarten begeistern kann, findet vielleicht Interesse an einer anderen Form des urbanen Gärtnerns. Hier ist mein kleiner Überblick:

Mietacker

Auf meiner Seite kannst du ja meine Erfahrungen mit einem Mietacker über 100 qm nachlesen. Der Vorteile einer Mietparzelle sind natürlich, dass zahlreiche Gemüsesorten bereits durch den Bauern gepflanzt sind und die Parzelle nur für eine Saison angemietet werden kann. Regeln gibt es natürlich auch bei einem Mietacker (siehe die Hofordnung vom Mittelhammshof). In Essen gibt es verschiedene Anbieter für Mietacker. Die Mieten sind unterschiedlich, eine kleine Parzelle kostet zwischen 140 und 229 Euro, eine große Parzelle zwischen 240 und 439 Euro.

mehr zum Thema: www.oekolandbau-nrw.de/bio-selbst-ernte.html

Schrebergärten

Die Schrebergärten/Kleingärten/Stadtgärten sind mittlerweile wieder im Trend. Die Pächter verfügen über ein Stück Land, das vom Verein verwaltet wird. Der Erholungswert steht hier im Vordergrund. Neben Zierpflanzen, Rasenflächen ist auch der Anbau von Obst und Gemüse ausdrücklich erwünscht. Die Pächter/innen müssen sich an die Vorschriften des Bundeskleingartengesetzes und der jeweiligen Satzung ihres Vereins halten. Die Höhe der Pacht bestimmt sich nicht nach den Regeln des freien Marktes und ist sehr günstig.

Die Pacht beträgt nach Angaben des Bundesverbandes Deutsche Gartenfreunde jährlich durchschnittlich 17 Cent pro Quadratmeter. Neben der Pacht fallen noch ein Mitgliedsbeitrag für den Verein, kommunale Abgaben, Versicherungen, Strom- und Wasserkosten an. Solange die Pächter sich an die Regeln halten und die Fläche grundsätzlich für Kleingärten genutzt werden darf, kann niemand ihnen ihr Pachtland wegnehmen.

Die Stadt Essen verfügt über 109 städtische und private Kleingartenvereine mit insgesamt 262 Kleingartenanlagen und rund 9000 Kleingärtnerinnen und Kleingärtner, die 8500 Parzellen bewirtschaften. Der Stadtverband der Kleingärtnervereine blickt 2019 auf sein 100-jähriges Bestehen zurück. Er tituliert die Kleingärten in Stadtgärten um, denn immerhin kultivieren die Kleingärtner 300 Hektar des Stadtgebietes.

mehr zum Thema
de.wikipedia.org/wiki/Kleingarten
www.kleingaerten-essen.de

Solidarische Landwirtschaft

Bei der solidarischen Landwirtschaft organisieren und finanzieren die Teilnehmenden ihren eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf. Die Lebensmittel werden nicht mehr über den Markt vertrieben. Jeder verpflichtet sich jährlich im Voraus einen festgesetzten Betrag an den Hof zu zahlen.
mehr zum Thema
www.solidarische-landwirtschaft.org

Gemeinschaftsgärten

Ungezwungener geht es in den städtischen Gemeinschaftsgärten (Urban Gardening) zu. Interessierte Menschen aus den Stadtteilen werden gemeinsam gärtnerisch aktiv und wollen für den Anbau von Lebensmitteln in der Stadt sensibilisieren. Sie sind auch ein Ort für nachbarschaftliche Treffpunkte. In den 1990er Jahren entstanden in Deutschland die ersten Gärten. 2013 wurde der erste Gemeinschaftsgarten in Essen-Bergerhausen gegründet (Siepengarten). Mittlerweile gibt es 18 Gemeinschaftsgärten auf öffentlichen Flächen (Stand: Februar 2019)

Gemeinschaftsgärten in folgenden Stadtteilen in Essen:

Lorengarten Altendorf | Garten Siepental Bergerhausen | Nachbarschaftsgarten Diergardtstr. Frohnhausen | Hausmanngarten Holsterhausen | Gemeinschaftsgärten Katernberg | Gemeinschaftsgarten „Grüne Matte“ Schuir | Garten Zum Wolbeckshof Altenessen-Mitte | Weuengarten Altendorf | Planckgarten Holsterhausen | Garten Zollverein | Garten Grüne Oase Reckhammerweg u. Tiegelgarten Uni-Viertel | Gemeinschaftsgarten „Allmende Bonnekamphöhe“ Katernberg | Gemeinschaftsgarten am Oberlehberg Kettwig | Kistengarten Karnap| Ellerngrün in Altenessen|

mehr zum Thema
https://transitiontown-essen.de/gruppen/gemeinschaftsgaerten/

Foodsharing

Dann möchte ich noch auf zwei Initiativen gegen Lebenmittelverschwendung aufmerksam machen. Auf 18 Millionen Tonnen beziffert der WWF das Ausmaß der jährlichen Verschwendung in Deutschland. Laut dem Institut für nachhaltige Ernährung der Fachhochschule Münster fallen 60 Prozent der Abfälle in der Wertschöpfungskette an und 40 Prozent werfen wir als Verbraucher weg.

Auf der Online-Plattform foodsharing.de kannst du ein eigenes Konto als Foodsharer eröffnen und deine Lebensmittelreste oder gesammelte Reste öffentlich mit Standortangabe anbieten. Auch unsere Parzellennachbarin Ivone verteilt regelmäßig Brot vom Vortrag. Wenn du Lebensmittel übrig hast, kannst du sie auch im sogenannten Fair-Teiler (www.foodsharing.de) legen. Das sind öffentlich zugängliche Kühlschränke, in denen überschüssige Lebensmittel zum Tausch zwischengelagert werden. Jeder darf sich kostenlos am Fair-Teiler bedienen. Einen Fair-Teiler findest du z.B. im Unverpackt-Laden „von Grünstadt“ im Südviertel von Essen oder auf der Online-Plattform.

Wer keine Lust, Zeit oder Interesse hat sich mit Gemüse selbst zu versorgen, kann sich von Abo-Kisten-Anbietern regionale Bio-Lebensmittel in Ökokisten nach Hause liefern lassen. Bestellen kannst du per Telefon, Mail oder online und geliefert wird täglich, wöchentlich oder nach Bedarf.

mehr zum Thema
www.oekokiste.de

Bärlauchpesto selbst gemacht

Frühlingsspezialität aus der Region oder aus dem Garten.

Bärlauch hat Saison und wir essen gerne Frischkäse mit dem aromatischen Bärlauch aus dem Garten. Wir denken allerdings auch an die Zeit, wo es den Bärlauch nicht mehr gibt. Die Erntezeit ist im Mai/Juni vorbei. Warum also nicht den Bärlauch in einem Pesto für das ganze Jahr haltbar machen. Hier ist mein Rezept:

Bärlauch Pesto im Glas

Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Zutaten

200 g                   Bärlauch

15 g                     Salz

100 ml                 Olivenöl

150 ml                 Sonnenblumenöl nativ

50  g                    Pinienkerne

50 g                     Cashew-Kerne

50 g                     Parmesan gerieben

Zubereitung

  1. Bärlauch waschen, trocken schleudern und in Streifen schneiden
  2. mit Salz und Öl mit einem Stabmixer cremig pürieren
  3. Pinien- und Cashew-Kerne hacken und dazugeben
  4. Käse reiben und unterrühren
  5. Das Pesto abfüllen und mit einer dünnen Schicht Öl luftdicht abschließen.

Tipps zum Rezept

  • nach Gebrauch mit etwas Olivenöl bedecken
  • immer einen sauberen Löffel benutzen
  • im Kühlschrank hält das Pesto ca. 2 -3 Monate
  • bei mind. minus 18 Grad hält das Pesto bis zu  9 Monate in der Tiefkühlung
  • dunkel aufbewahren

Bärlauchpesto passt gut mit Pasta oder Gnocci, zur Ministrone, auf Crostini oder als leckerer Aufstrich für getoastetes Weißbrot. Du erhältst eine schmackhafte Grillsauce mit Joghurt und Sauerrahm.

Ein erster Frühlingsbote

Mein Mann und ich lieben Bärlauch, als Pesto verarbeitet ein Delikatesse.

Und das nicht nur im Frühling. Ich fertige im seit Jahren im April mindestens ein Kilo Bärlauch zu Pesto, denn frischen Bärlauch gibt es aber nur im Frühling.

Auf dem Wochenmarkt in Essen-Rüttenscheid haben wir jedes Jahr Ende März/Anfang April ein Kilo Bärlauch zum stolzen Preis von ca. 20 – 30 Euro pro Kilo gekauft. Als wir unseren ersten Frühling im Garten 2019 erleben, baute sich im März und April langsam ein großer Teppich mit grünen Pflanzen um unseren alten Apfelbaum auf.

Bärlauch oder Maiglöckchen ?

Ihr könnt Euch vorstellen, wie glücklich ich war, als ich festgestellt habe, dass Bärlauch in meinem Garten wächst. Den Bärlauch bitte nicht mit seinem giftigen Doppelgänger Maiglöckchen verwechseln (gerade bei jungen Blättern).

Bärlauch | Herbstzeitlose | Maiglöckchen | Quelle: zvg/Tox Info Suisse

Wie ich das festgestellt habe? Einfach Gummihandschuhe anziehen (sollten es Maiglöckchen sein – der Saft der gepflückten Pflanze ist hochgiftig), einige Blatter zwischen den Fingern zerreiben. Steigt dir ein Knoblauchduft entgegen, so kannst du davon ausgehen, es ist Bärlauch. Übrigens gibt es keinen unangenehmen Mund- und Körpergeruch wie beim Knoblauch.  

Foto: Mabel Amber auf pixabay

Bärlauch ist im Frühling auch in unseren Wäldern zu finden. Aber Vorsicht beim Sammeln im Wald. Hast du schon oft und fleißig Bärlauch gesammelt, dann kennst Du seine Merkmale. Beim Bärlauch wächst jedes Blatt mit seinem Stiel direkt aus dem Boden. Die Blätter sind 20 bis 30 cm lang. Maiglöckchen besitzen keinen Stiel und wachsen paarweise am Stängel. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal für Bärlauch ist die matte Unterseite des Blattes. Maiglöckchen sind an der Unterseite glänzend. Bärlauch blüht etwa zwei Monate früher als das Maiglöckchen. Bärlauch hat filigrane sternen-förmige Blüten.

Bärlauch mag Sonne nicht

Auch in diesem Jahr zeigten sich bereits Mitte März die ersten zarten Blätter. Bärlauch wächst bei uns im Halbschatten unter einem Obstbaum. Direkte Sonne mag die Pflanze nicht.  Sie mag es feucht und nährstoffreich. Die Pflanze breitet sich schnell (unterirdisch, sie ist ein Rhizomengewächs (ähnlich wie Rasen), so dass wir überlegen eine sogenannte Rhizomsperre auszulegen. Man sollte immer vor der Blüte und nur in kleinere Mengen pflücken, um den Bestand zu schonen. Blätter der blühenden Pflanzen verlieren schnell ihr Aroma. Die Blüten sind essbar und eignen sich gut zum Garnieren von Salaten.

Foto: Hans Braxmeier auf pixabay

Eine besondere Pflege ist nicht nötig. Im Herbst haben wir das Beet mit Laub gemulcht, um den Humusgehalt des Bodens zu erhöhen.

Stärkt euch wie die Bären

Warum heißt die Pflanze Bärlauch, haben wir uns gefragt. Die Recherche ergab, dass bereits die Germanen und Kelten die heilende Wirkung dieses Krauts kannten. Sie gaben ihm auch seinen Namen. Bären sollen nach dem Winterschlaf zuerst nach den saftigen Blättern des Gesundheitskrauts gesucht haben, um nach dem Winterschlaf die dringend benötigten Nährstoffe zu bekommen.  Also… esst im Frühling viel Bärlauch und stärkt Euch wie die Bären.

Bild von Janko Ferlic auf Pixabay

Wer nicht selbst im Wald sammeln möchte oder eigenen Garten verfügt, kann in gut sortierten Gartencentern Bärlauch im Topf erwerben, um diese auf dem Balkon zu kultivieren. Diese stehen in der Regel nur kurzfristig zur Verfügung und sind schnell verkauft.

Da wir reichlich Bärlauch haben, haben wir Stücke aus dem Bärlauchteppich herausgestochen. Die beste Zeit ist nach der Blüte. Der geteilte Bärlauch kann dann an einer geeigneten Stelle angepflanzt werden. Freunde haben gute Erfahrungen damit gemacht.

Bärlauch verarbeiten

Die Saison von Bärlauch ist kurz, aber es gibt zahlreiche Möglichkeiten Bärlauch haltbar zu machen. Das Bärlauch-Pesto zum Beispiel ist ideal für die bärlauchfreie Zeit, um meine Gerichte zu verfeinern. In Gläsern eingefroren hält es sich bei uns bis zur nächsten Bärlauch-Saison, wenn es vorher nicht aufgegessen wurde. Frischen Bärlauch sollte man möglichst sofort verbrauchen

Foto von RitaE auf pixabay
  • Er hält gekühlt nur etwa ein bis zwei Tage
  • Bärlauch lässt sich auch in Gefrierbeutel einfrieren.
  • Größere Mengen lassen sich klein geschnitten im Backofen trocken und sind ein einem Glas ca. 1 Jahr haltbar (nach unserer Erfahrung)

Gerichte mit Spinat oder Mangold lassen sich mit Bärlauch lecker veredeln.

Bärlauch ist gesund

Das Frühlingskraut ist auch gesund. Es enthält viel Vitamin C, Eisen, Kalzium und Magnesium. Als Heilkraut ist es wirksam bei Verdauungsstörungen, Erkältung, Bronchitis, Cholesterin und Bluthochdruck.

   

Steckbrief Bärlauch
Botanischer Name     Allium ursinum (Kelten „Herba salitaris“)
 
Pflanzenfamilie          Lauchgewächse
 
Blütezeit                     April bis Mai
 
Erntezeit                     März bis Juni
 
Standort                      schattig bis halbschattig, nährstoffreich und feucht
 
Verwendung bei          Erkältung, Verdauungsstörungen, Bluthochdruck, Bluthochdruck               
 
Verwendung bei           Saucen, Suppen, Salate, Pesto,Kartoffelgerichte, Pasta, Fisch, Fleisch

Gemüsegarten auf Zeit

Du wolltest schon immer einmal eigenes Gemüse selbst ernten und genießen ? Der Aufwand sollte im Vergleich zum eigenen Garten eher gering sein ? Dann wäre ein Mietacker oder Mietgarten das Richtige für Dich. In Essen werden vier Mietäcker und Mietgärten von verschiedenen Anbietern, auch mit Bioland-Zertifizierung, angeboten.

Der Vorteile einer Mietparzelle sind natürlich, dass zahlreiche Gemüsesorten ( ca. 20-25 ) bereits durch den Bauern gepflanzt sind und die Parzelle nur für eine Saison (ab Mai bis Dezember i.d.R.) angemietet werden kann, also ein Gemüsegarten auf Zeit. Ansonsten bist du für die Pflege deines schmackhaften Gemüse selbst verantwortlich.

Die notwendigen Gartengeräte und das Gießwasser stellt meistens der Betreiber. Ist eine Kultur abgeerntet, können die Hobbybauern ihre Parzelle neu bepflanzen. Auf dem Mittelhammshof in Essen werden zum Beispiel dreimal in der Saison Jungpflanzen zum Selbstpflanzen angeboten. Zwei Stunden solltest du mindestens pro Woche für das Gärtnern einplanen. Wer feststellt, dass ein Mietacker nichts für ihn/sie ist, kann einfach die Saison auslaufen lassen, aber bitte dem Bauer darüber informieren.

Meine Aktivitäten und Erlebnisse auf dem Mietacker kannst du in meinem Ackertagebuch „Ackern 2017“ und „Ackern 2018“ nachlesen.

Hier kommst du direkt zur Übersicht der vier Mietäcker in Essen.

unschönes Gemüse trotzdem kaufen

AB in die Tonne. Das muss nicht sein.

Wir leben in einem Land, wo ständig Lebensmittel unabhängig von der Saison in einem Überangebot zur Verfügung stehen. Sie sind bei uns im Vergleich zu anderen Ländern billig.

Damit ist leider auch verbunden, dass die Lebensmittel nicht besonders wertgeschätzt werden. Diese mangelnde Wertschätzung ist bei Kindern und Jugendlichen besonders ausgeprägt. Ältere Menschen werfen seltener Lebensmittel in den Müll. Fast 90 Prozent der Bürger ist die Verschwendung von Ressourcen beim Wegwerfen von Lebensmitteln bewußt.

Auch ich erwische mich dabei, schnell mal was in die Tonne zu werfen, mal ein nicht rechtzeitig verwertbarer Kohl, eine verschimmelte Orange … und habe schon gleich ein schlechtes Gewissen. Allerdings muss ich zu meiner Entschuldigung auch sagen, dass diese Verschwendung viel weniger geworden. Und… Kohl und Orange sind auf im Kompostierbehälter gelandet, so dass sie hier zu gutem Kompost verarbeitet werden. Seit dem wir Gemüse und Obst auf dem Acker und Garten selbst anbauen, wissen wir wieviel Arbeit und Energie mit deren Aufzucht verbunden ist. Wir wertschätzen Lebensmittel und beherzigen folgende Ideen für weniger Müll.

15 Ideen  für weniger Essen im Müll. Gemeinsam lässt sich viel erreichen.

  • Iss auch Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeit zeitnah überschritten haben. Vertraue deinen Sinnen.
  • Kaufe überwiegend saisonal und regional (verzichte z. B. auf Erdbeeren und Weintrauben im Winter)
  • Gib auch unschönes Gemüse und Obst, das nicht der Norm entspricht, eine Chance
  • Iss das, was zu erst weg muss
  • Kaufe überschüssiges Obst, Gemüse, Brot u.a. kurz vor Ladenschluss, damit es nicht vernichtet wird („Too good to go“)

  • Informiere dich über die richtige Lagerung von Lebensmittel
  • Kauf nur, was du wirklich brauchst. Klasse statt Masse ! Mache eine Einkaufsliste ! Gehe nur 1 x die Woche einkaufen
  • Koche nur soviel wie du wirklich brauchst
  • Wenn du große Mengen verbrauchen musst, so teile sie doch mit deinen Nachbarn, Freunden oder Kollegen
  • Veranstalte  eine Reste-Party

  • Teile Lebensmittel anstatt sie wegzuwerfen („foodsharing.de“)
  • Schnippel Gemüse richtig (der Stiel vom Brokkoli schmeckt auch gut)
  • Reste vor dem Urlaub verteilen
  • Mache dein Obst und Gemüse ein und rette es vor der Tonne
  • Nimm unbesorgt deine „Doggy Bag“ nach dem Restaurantbesuch mit

Es gibt also viele Möglichkeiten, Lebensmittel nicht zu verschwenden. Fällt dir noch eine Idee ein. Dann freue ich mich über deinen Kommentar.

Container und Lebensmittelverschwendung

Der Großmarkt in Marseille – ein positives Beispiel

Wenn jemand in Deutschland Lebensmittel aus den Müllcontainern von Supermärkten nimmt, macht sich nach wie vor strafbar. In Frankreich werden Supermärkte bestraft, wenn sie Essen in Container werfen. Supermärkte mit einer Fläche von mehr als 400 Quadratmetern sind gesetzlich verpflichtet, genießbare Lebensmittel entweder selbst weiterzuverwenden oder sie zu spenden (z.B. an Tafeln).  

Oder sie geben Reste für die Produktion von Tierfutter, als Kompost für die Landwirtschaft oder zur Energiegewinnung. Ansonsten droht eine Geldstrafe von 3750 Euro. Frankreich will die Lebensmittelabfälle bis 2025 halbieren. Obst, Fleich oder Fisch verderben schnell, wenn sie nicht rechtzeitig abgeholt werden. In Deutschland setzt die Politik auf Selbstverpflichtungen.

Auf dem Marseiller Großmarkt werden jährlich bis zu 2400 Tonnen Obst und Gemüse vernichtet, obwohl die Lebensmittel noch in Ordnung sind. Seit dem Jahreswechsel 2021 ist nun mit dem Wegwerfen für viele Großhändler Schluss. Waren, die nicht mehr verkauft werden können, werden jetzt an die neu gegründete „Association Fruits et Légumes Solidarité“ gespendet.

Die Großhändler können sich  60 Prozent des Gegenwertes der Spende  steuerlich anrechnen lassen. Die Initiative ist eine  gemeinnützige Obst- und Gemüseküche direkt auf dem Gelände des Großmarkts. Da nicht immer genug Zeit verbleibt, die Waren  zu verteilen, werden sie direkt  weiterverarbeitet (Suppe, Marmelade, Saft). Perspektivisch sollen 75 Prozent  der Produkte an Tafeln gespendet und der Rest verkauft werden. Die Idee stammt von der gemeinnützigen „Banque Alimentaire“, die auch die veredelten Lebensmittel aus der Küche an unterschiedliche Hilfsorganisationen verteilt.


Beitragsbild Fakten und Schaubilder

Fakten und Schaubilder

Weltweit

  • Von den 121 Kilogramm Lebensmittel, die pro Kopf weggeworfen werden, werden laut UN 74 Kilo von Privathaushalten entsorgt
  • Jährlich werden weltweit 1,3 Md. Tonnen Nahrungsmittel weggeschmissen, etwa ein Drittel der Produktion
  • 30 % der weltweit verfügbaren Ackerflächen werden sinnlos bewirtschaftet, weil auf ihnen ungenutzte Nahrungsmittel produziert werden.
  • Die UN zielt darauf ab, die weltweite Pro-Kopf-Verschwendung von Lebensmitteln auf der Ebene des Einzelhandels und der Verbraucher bis 2030 zu halbieren.

Deutschland

  • Zwei Drittel der Ackerflächen, die für die Ernährung deutscher Verbraucher benötigt werden, liegen im Ausland
  • Nach Schätzungen des WWF wurden in Deutschland 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Alle Lebensmittel, die von Neujahr bis zum 2. Mai 2019 produziert wurden, landeten im Container
  • 15 % der Speisekartoffeln gelangen wegen optischer Mängel nicht in den Handel
  • 25 % der Erdbeeren werden wegen hässlicher Stellen vernichtet
  • 1000 Liter Wasser stecken in einem Kilo Brot
  • Für ein Kilogramm Äpfel werden etwa 700 Liter Wasser benötigt.
  • In Deutschland werden jährlich rund 11 Mio. Tonnen Lebensmittel verschwendet
  • 55 Kilogramm pro Kopf und Jahr landen im Müll (In Frankreich sind es z.B. 32 kg)

Quellen: Welthungerhilfe, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Schaubilder

eine Flasche Rohmilch vom Mittelhammshof

Quark selber machen

Quark im Plastikbecher aus dem Supermarkt – darauf habe ich schon lange keine Lust mehr… ich esse ihn aber gerne, am liebsten mit Früchten… Nach ein bisschen Recherche im Netz und einigen Experimenten in der Küche – hier ist mein Rezept für meinen selbst gemachten Quark, wirklich ganz einfach:

Für ca. 300-350 g Quark

  •        1 l Rohmilch
  •        2 Biozitronen
  •        1 Leinentuch (am besten ein Geschirrtuch)
  •        2 große Schüsseln
  •        1 Haarsieb

Die Milch in eine große Schüssel geben. Dann die beiden Zitronen auspressen und den Saft zur Milch geben. Die Schüssel mit dem Tuch zudecken und 24 Std. stehen lassen (NICHT im Kühlschrank !!!)

Die Milch ist nun „ausgeflockt“ und hat feste Bestandteile (den Quark). Jetzt das Sieb in die 2. Schüssel geben, das Tuch ins Sieb legen und die Milch langsam in das Tuch gießen. Die Molke fängst du in der Schüssel darunter auf. Das Tuch nun oben zusammen nehmen und die Molke, die noch im Quark ist, ganz vorsichtig ausdrücken. Den Vorgang mit Pausen in einer Stunde 3-4 mal wiederholen. 

Dann mit einem Teigschaber den Quark aus dem Tuch nehmen und in ein Glas geben. Ab in den Kühlschrank – FERTIG !

Für mich und meine Gäste gebe ich am liebsten frische Früchte und etwas Honig dazu. Das leichte Zitronenaroma rundet das Ganze dann prima ab. Es geht aber auch herzhaft, mit Kräutern und Knoblauch.

WICHTIG: Der Quark hält sich bei mir im Kühlschrank maximal ca. 2-3 Tage, dann sollte er aufgegessen sein. Versucht es mal…

Mann von Ackerfee mit Enkelkind auf der Parzelle des Mietackers

Kinder lieben ackern

Für eine Generation, die weiß, was sie isst

Es ist schön, dass mein erstes Enkelkind bereits mit 2 Jahren regelmäßiger Besucher meines Mietackers war. Ihm machte es riesigen Spaß, mit eigener Schaufel in der Erde zu buddeln, mit meiner Hilfe Jungpflanzen zu setzen, zu gießen und im Sommer Zwiebeln zu ernten, im Herbst die ersten Kartoffeln auszugraben.

Leider wissen viele Kinder nicht, wie welches Gemüse aussieht oder wie / wo es wächst und frisch schmeckt. Es ist so wichtig schon unseren Kindern zu vermitteln, woher unser Gemüse kommt, wieviel Arbeit dahinter steckt, um die Wertschätzung von Lebensmittel zu stärken (in Deutschland werden über 30 Prozent der Lebensmittel weggeworfen).

Ich habe meinem Enkel (inzwischen sind es 2) gleich am Anfang ein eigenes, abgegrenztes Beet zur Verfügung gestellt. Hier hat er mit Hilfe seiner Mama und meiner Unterstützung eigenes Gemüse angepflanzt und geerntet. Sehr neugierig hat er die verschiedenen Entwicklungsstufen des Gemüse erlebt und versteht inzwischen, dass das Gemüse nicht nur aus dem Supermarkt kommt.

Sein Favorit – rote Beete und Hokaidokürbis, nach der Ernte zubereitet von Mama oder Oma. Und hier hilft er auch gerne beim Kochen.

Mein Garten – ein Meer von Bärlauch

Eingang vom Kleingarten

Die Idee, einen Acker zu pachten hatte ja bekanntlich mein Mann. Und die ersten beiden Jahre haben wirklich viel Spaß gemacht.

Kochen, ernten, Gemüse verarbeiten, einkochen, fermentieren… immer neue Ideen wollten ausprobiert und umgesetzt werden.

Und fast alles gibt mein Acker her… aber nur fast…

Äpfel und Pflaumen – die bekam ich von meiner Freundin Ulrike und einer Kollegin im Tausch gegen Kartoffeln, Salat und Zucchini. Denn auf meinem Acker wurde (und wird) nur Gemüse angebaut… warum also schaffen wir uns keinen Garten an? Da könnten wir alles anpflanzen – Gemüse und Obst.

Und damit war sie geboren, Mitte November 2018 – die Idee vom eigenen Garten. Und der Entschluss… wir lassen uns Zeit, mindestens ein Jahr… schauen uns in Ruhe um… uns hetzt ja keiner… der Acker für 2019 war ja schon fest eingeplant…

Das hatten wir uns so vorgenommen, Anfang November.

Beim Stöbern im Internet stieß ich dann Mitte November auch recht schnell auf diverse Anzeigen, in denen Kleingärten zum Verkauf oder zur Verpachtung angeboten wurden. Direkt eine der ersten Anzeigen zeigte einen Garten in Haarzopf, der unseren Vorstellungen (vom ersten Anblick her) entsprach.

Samstagmorgen per Mail die Anfrage, ob der Garten noch zu haben sei… und am Samstagnachmittag der Rückruf des 1. Vorsitzenden. Nein, der angegebene Garten sei leider schon verpachtet, aber er hätte da noch andere Gärten, die in Kürze frei werden… Und so schauten wir uns am gleichen Nachmittag den ersten Garten an. Der wurde es nicht, aber der 3. Garten, den wir uns eine Woche später ansahen, der sollte es dann sein (Wenn man bedenkt, dass wir uns ein Jahr für die Suche vorgenommen hatte…man glaubt ja gar nicht, wie schnell so ein Jahr vergeht…).

Lange Rede, kurzer Sinn – 4 Wochen später, am 3. Advent, unterschrieb ich den Pachtvertrag für UNSEREN GARTEN

Und der sah bei der Übernahme so aus…

In der Zwischenzeit ist viel geschehen. Wir haben die große Eibe vor der Gartenlaube gefällt (das war Pflicht und Auflage), die Tujen im Beet vor den 3 Apfelbäumen entfernt, und deren Wurzeln gezogen (es waren insgesamt über 20 – wir kamen uns vor wie beim Zahnarzt), den Gartenteich entfernt, das große Beet geebnet – auch hier mussten 3 große Gräserwurzeln ausgegraben werden (hier stehen jetzt seit Mitte April unsere 3 Hochbeete)… und alle Bambustriebe und -wurzeln rausgeholt, die sich im großen Beet befanden…

Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich in meinem Leben mal mit einer Spitzhacke im Garten stehe und Bambuswurzeln ausgrabe… ich hätte an seinem Verstand gezweifelt.

Es ist in den ersten 5 Monaten, die wir unseren Garten jetzt haben, schon soviel passiert… und wir haben immer noch viel Arbeit vor uns – auf den wir uns freuen…

Die Wände der Terrasse wollen verputzt und gestrichen werden… der Rasen muss neu ausgesät werden… Wassertank… die großen Beete… und natürlich wollen die Hochbeete weiter bepflanzt werden…

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Helfern (meinem Mann, meiner Schwester, meinem Schwager, meinem Sohn, Karsten – mein Held an der Kettensäge – und seinem Sohn, meinen Gartenkollegen Roland und Peter), die beim Baumfällen, Wurzel ziehen, umgraben, ausbuddeln, ausmisten, abtransportieren, einkaufen und was sonst noch so alles angefallen ist, von ganzen Herzen bedanken. Ohne euch wären wir noch lange nicht soweit !

Einen besonderen Dank auch an meinen Mann – den die Mitarbeiter vom Recyclinghof mittlerweile mit Namen kennen und freundlich grüßen – sooft wie er da war und Grünschnitt abgegeben hat.

Wenn das Jahr zu Ende ist und die Gartensaison in die Winterpause geht, werde ich hier an dieser Stelle wieder berichten, wie unser Gartenjahr verlaufen ist. Natürlich mit Fotos, damit Ihr seht, wie er sich gewandelt hat.

Deshalb seht es mir bitte nach, dass die Berichterstattung der Ackerfee zu ihrem Acker in 2019 gekürzt ausfällt.

Ich hoffe auf Euer Verständnis…

Herzliche Grüße

Eure Ackerfee Andrea